Jobbörsen wehren sich mit neuer Erklärung gegen Online-Projekt der BA

Donnerstag, 14. August 2003

Der Streit um die geplante Online-Stellenbörse der Bundesanstalt für Arbeit (BA) verschärft sich. Die privaten Web-Börsen , Jobscout24, Monster und Stepstone bemängeln in einer gemeinsamen Mitteilung, dass die BA mit dem geplanten "virtuellen Arbeitsmarkt" über ihren gesetzlichen Auftrag hinausschieße und ihnen unerlaubterweise Konkurrenz mache. Anlass ist das Bekanntwerden neuer Details zum BA-Projekt: Der "virtuelle Arbeitsmarkt" soll nicht nur zur Vermittlung von Arbeitslosen eingesetzt werden, sondern wie auch die privaten Jobbörsen genauso wechselwillige Arbeitnehmer ansprechen. Gleichzeitig soll der Internet-Service, der im Dezember starten soll, mit einem Millionenbudget beworben werden. "Damit wird die BA auf dem Markt wie ein privater Anbieter wahrgenommen", bemängelt Jobpilot-Geschäftsführer Christopher Funk.

Ein weiterer Dorn im Auge sind den Jobbörsen die geplanten "Job-Roboter", die das gesamte Netz nach Stellen durchsuchen sollen, die dem Arbeitsamt nicht gemeldet sind - also auch die der privaten Vermittler. Dies verstoße gegen die Interessen der Inserenten, die aus Angst vor einer Kandidatenschwemme Stellen gerade nicht dem Arbeitsamt melden würden. "Viele Einzelheiten sind uns im Vorfeld nicht mitgeteilt worden", ärgert sich Funk.

Jürgen Koch, Projektleiter der BA, weist die Vorwürfe zurück: "Unsere Job-Roboter durchsuchen nur die Jobangebote der Arbeitgeber auf deren eigenen Seiten, nicht aber die Online-Jobbörsen. Dass wir als Konkurrent der Börsen auftreten, ist nicht von der Hand zu weisen, war aber auch bereits bislang der Fall." kj

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