Jimmy Wales: "Der Wikipedia-Blackout war ein großer Erfolg"

Dienstag, 24. Januar 2012
Wikipedia-Gründer Jimmy Wales auf der DLD Conference
Wikipedia-Gründer Jimmy Wales auf der DLD Conference
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Es ist einer der Höhepunkte am dritten Tag der DLD Conference: Jimmy Wales, Gründer von Wikipedia spricht über das vieldiskutierte Abschalten von Wikipedia am vergangenen Mittwoch als Protest gegen SOPA (Stop Online Piracy Act). "Der Wikipedia-Blackout war ein großer Erfolg", so Wales. Da Wikipedia eine Non-Profit-Organisation sei, musste Wales nicht darüber nachdenken, was es bedeute, "den Umsatz eines ganzen Tages aufzugeben". Hierbei habe Wikipedia im Vergleich zu börsennotierten Unternehmen wie Google einen deutlichen Vorteil.

Trotz der Kritik an SOPA findet Wales klare Wort zum Thema Datenpiraterie: "Ich habe absolut keinen Grund, Piraterie zu verteidigen", so der Wikipedia-Gründer, auch wenn er selbst noch nie von Megaupload gehört habe. "Wir haben jetzt die Möglichkeit, ernsthafte Diskussionen über dieses Thema zu führen und sollten uns damit auseinandersetzen", so Wales' Aufforderung.

Dabei sei auch die Filmindustrie gefragt. Viele Menschen seien bereit, für Inhalte zu bezahlen, diese stünden ihnen jedoch aufgrund nationaler Begrenzungen nicht auf legalem Wege zur Verfügung. Eine Freundin aus Israel schaue über illegale Portale "Dr. House", da die Serie in ihrem Land nicht über iTunes verfügbar sei, so Wales. "Lasst mich kaufen, was ich kaufen will", fordert er.

Der Gesetzesentwurf SOPA hatte in den vergangenen Tagen für viel Furore gesorgt. Mit diesem Gesetz soll es in den USA möglich werden, die Verbreitung urheberrechtlich geschützter Inhalte stärker zu begrenzen. Gegner des Entwurfes, darunter neben Wikipedia auch Google, Yahoo und Facebook, sehen in SOPA eine Form von Zensur. sw
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