Jetzt offiziell: Bauer und Presse-Grosso vereinbaren neue Vertriebskonditionen

Mittwoch, 13. Mai 2009
Der Presse-Grosso einigt sich nun auch mit Bauer
Der Presse-Grosso einigt sich nun auch mit Bauer

Halleluja, es ist vollbracht: Die Bauer Media Group und der Bundesverband Presse-Grosso haben „nach intensiven Gesprächen", so der Verlag und der Verband in einer gemeinsamen Mitteilung, rückwirkend zum 1. März 2009 neue Handelsspannen für den Zeitschriftenvertrieb vereinbart. Damit gesteht der Grosso-Verband als Verhandlungsführer nun auch Bauer die neuen, günstigeren Handelskonditionen zu, die für alle übrigen Publikumsverlage bereits seit März gelten. HORIZONT.NET hatte dies bereits zuvor gemeldet.

Monatelang haben Bauer und der Grosso-Verband um eine Lösung in dieser Frage gerungen - bei der es in Wirklichkeit immer um mehr ging: um die Zukunft von Grundpfeilern des deutschen Pressevertriebssystems, vor allem des Gebietsmonopols der Großhändler. Denn der Grosso-Verband hatte seine Zustimmung bislang offenbar von zwei Bedingungen abhängig gemacht - und hat nun eingelenkt: Erstens sollte sich Bauer weiterhin ausdrücklich zu den Essentials des Systems bekennen, zuletzt formuliert 2004 in der „Gemeinsamen Erklärung" der Verlage. Zudem verlangte der Grosso-Verband von Bauer, die Kündigungen zweier norddeutscher Grossisten rückgängig zu machen. Gegen diese Bedingungen hat sich Bauer juristisch zur Wehr gesetzt - mit dem Antrag auf eine Einstweilige Verfügung (EV) gegen den Grosso-Verband.

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Nun teilen die Streithähne mit: Die „Gemeinsame Erklärung" sei „diskutiert" worden; über den Umgang mit ihr „im Kontext der Konditionenvereinbarung" hätten beide Parteien Stillschweigen vereinbart. Allerdings: Für die drei Vertriebsgebiete Stade (Grossist: Mügge), Elmshorn (Grade) und Kiel (Carlsen) stehe eine Konsenslösung weiterhin aus. Die Lieferverträge mit Mügge und Grade hatte der Verlag gekündigt, die Zusammenarbeit mit Carlsen in Frage gestellt. Mügge und Grade haben gegen die Kündigungen geklagt, Mügge hat in dieser Woche in erster Instanz Recht bekommen - Teilniederlage für Bauer. Doch auch diese Streitigkeiten laufen ab jetzt getrennt von den Konditionenfragen - Teilsieg für Bauer. Der Verlag zieht daher seinen EV-Antrag zurück. rp
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