Jetzt ist es offiziell: Holtzbrinck verkauft "Main-Post"

Montag, 20. Dezember 2010
Die Mediengruppe Pressedruck in Augsburg übernimmt die "Main-Post" (Foto: Google Earth)
Die Mediengruppe Pressedruck in Augsburg übernimmt die "Main-Post" (Foto: Google Earth)

Die Gerüchte der vergangenen Wochen haben sich bestätigt. Die Mediengruppe Pressedruck in Augsburg übernimmt von der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck die Mediengruppe Main-Post in Würzburg. Noch steht die Transaktion allerdings unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Genehmigung. Über den Kaufpreis haben beide Parteien Stillschweigen vereinbart. Insidern zufolge beläuft sich die Summe jedoch auf 120 bis 150 Millionen Euro. In der Mediengruppe Main-Post erscheinen neben dem Flaggschiff "Main-Post" die Zeitungen "Schweinfurter Tagblatt", "Bote vom Haßgau", "Volksblatt" und "Volkszeitung". Die "Main-Post" erreicht mit einer durchschnittlich verkauften Auflage von rund 130.000 Exemplaren in ihrem Verbreitungsgebiet etwa 350.000 Leser. Verbrauchermagazine, Internetportale, Postgesellschaften und Dienstleistungsunternehmen für Verlage runden das Angebot der Mediengruppe Main-Post ab.

Andreas Scherer, Chef der Mediengruppe Pressedruck
Andreas Scherer, Chef der Mediengruppe Pressedruck
Andreas Scherer, Vorsitzender der Geschäftsführung der
Mediengruppe Pressedruck: "Mit dem Zukauf der Main-Post folgt die Mediengruppe Pressedruck ihrer Strategie, in das regionale Tageszeitungsgeschäft zu investieren. Durch diese Akquisition bauen wir unsere Stellung als eines der führenden deutschen Regionalzeitungsverlage aus. Mit diesem Schritt sichern wir langfristig die Zukunft beider Unternehmen."

Durch den Verkauf konzentriert sich Holtzbrinck noch stärker auf die Bereiche Internet und Bildung. Das Medienhaus besitzt neben der "Saarbrücker Zeitung", dem "Trierischen Volksfreund", dem "Südkurier", der "Lausitzer Rundschau" und 50 Prozent der "Zeit" auch die Buchverlage Rowohlt und S. Fischer sowie das VZ-Netzwerk mit den Plattformen StudiVZ, MeinVZ und SchülerVZ. Erst 2009 hat Stefan von Holtzbrinck mit dem Verkauf der Verlagsgruppe Handelsblatt, des "Tagesspiegel" und 50 Prozent der "Zeit" an seinen Halbbruder Dieter von Holtzbrinck für Schlagzeilen gesorgt. Bereits zu diesem Zeitpunkt gab es Gerüchte, Stefan von Holtzbrinck wolle sich künftig schrittweise vom schwächelnden Zeitungsgeschäft trennen.

Spekulationen über die Verkäufe weiterer Tageszeitungen streitet der Verleger indes ab. "Wir werden ein Zeitungshaus bleiben. Wir führen entgegen anders lautenden Berichten derzeit keine weiteren Verkaufsgespräche", sagt Stefan von Holtzbrinck gegenüber der "Main-Post". Zuletzt war zu hören, dass auch Gespräche über den Verkauf der Saarbrücker Zeitungsgruppe ("Saarbrücker Zeitung", Trierischer Volksfreund", "Lausitzer Rundschau") laufen.

Offenbar gilt die Aussage des Verlagsmanagers nicht für die Fachtitel der Verlagsgruppe Holtzbrinck. Wie der Website des Bundeskartellamtes zu entnehmen ist, hat EPP Professional Publishing die Übernahme der Holtzbrinck-Tochter Lebensmittel Praxis Verlag in Neuwied angemeldet. bn
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