James Murdoch: "Ich glaube daran, dass Sky ein sehr rentables Unternehmen wird"

Mittwoch, 02. Februar 2011
James Murdoch verantwortet das Europa- und Asiengeschäft von News Corp.
James Murdoch verantwortet das Europa- und Asiengeschäft von News Corp.

James Murdoch, Europa-Chef des Medienkonzerns News Corp., glaubt fest an die Erfolgschancen des Bezahlsenders Sky in Deutschland. "Ich bin in Bezug auf unser Investment optimistisch. Die Dinge beginnen, sich in die richtige Richtung zu entwickeln. Ich glaube fest daran, dass Sky Deutschland ein sehr rentables Unternehmen wird", sagt der Sohn von Konzernchef Rupert Murdoch im Interview mit dem "Handelsblatt". Parallen zur Geschichte des Sky-Vorgängers Premiere, der den Medienkonzern von Leo Kirch in den Abgrund gerissen hat und auch News Corp. etliche hundert Millionen Euro gekostet hat, sieht der Manager nicht: "Es gibt eine Vielzahl an Unterschieden zu früher: Heute bieten wir den Kunden Technologien an, die wir beherrschen und die woanders schon funktionieren. Wir versuchen, aus unseren Fehlern bei Preisen und Sender-Pakten zu lernen. Diese Dinge sind zu Beginn gewöhnlich immer ein wenig schwierig."

Trotz der starken Konkurrenz durch ARD und ZDF und die Vielzahl frei empfangbarer Programme glaubt Murdoch zudem nicht, dass sich Deutschland grundlegend von anderen Märkten unterscheidet: "Der deutsche Markt ist nicht so besonders, wie Sie sagen. In anderen europäischen Ländern sind die Öffentlich-Rechtlichen auch sehr stark und verfügen über viel Geld. Außerdem kennen wir den deutschen Markt schon sehr lange. Ich weiß ganz gut, worauf ich mich da eingelassen habe", gibt sich Murdoch gelassen.

Generell sieht der Manager eine steigende Bereitschaft, für gute Inhalte zu bezahlen, auch im Internet: "Ich bin davon überzeugt, dass der Kunde zahlen will, wenn das Angebot stimmt. "Unsere Erfahrung mit der Einführung von Gebühren bei den Onlineversionen unserer britischen Zeitungen "The Times" und "The Sunday Times" ist ausgesprochen ermutigend. Die Leser verstehen, dass professioneller Journalismus Geld kostet."

Die digitale Tageszeitung "The Daily", die News Corp. in diesen Tagen startet, ist für Murdoch daher ein wichtiger Testlauf: "Das ist für uns ein strategisch sehr wichtiges Projekt. Denn sollte "The Daily" klappen, könnten wir beginnen, die hohen Druck-, Vertriebs- und Energiekosten der Papierzeitung anzugehen. Das könnte viel verändern."

Insgesamt will Murdoch News Corp. unabhängiger vom volatilen Werbegeschäft machen und die Beziehungen zu den Endkunden weiter ausbauen. In Europa und Asien erwirtschafte der Konzern bereits 70 Prozent seiner Umsätze mit direkten Kundenbeziehungen. Murdoch: "Mein Ziel ist es, diesen Anteil zu steigern. Werbung ist ein wichtiger Teil unserer Erlöse, aber eben nur ein Teil." dh
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