Jalag trimmt „Vital“ für bessere Zielgruppenansprache

Freitag, 17. Oktober 2008
„Vital“ präsentiert sich in neuem Gewand
„Vital“ präsentiert sich in neuem Gewand

Anderthalb Jahre nach dem inhaltlichen Relaunch verpasst der Jahreszeiten Verlag (Jalag) seinem Gesundheits- und Fitness-Magazin „Vital“ eine optische Frischzellenkur und eine neue Rubrik zum Thema Öko-Lifestyle. Mit der November-Ausgabe, die am Mittwoch kommender Woche erscheint, präsentiert sich „Vital“ mit neuen Schriften im Logo, auf dem Cover sowie im Heft. Durch mehr Weißraum und den dezenteren Einsatz von Farben und Schmuckelementen soll das Magazin leichter lesbar sein und edler wirken. Beim Re-Design half Uwe C. Beyer als freier Art Director. Der Heftuntertitel „Welcome to Wellness“ entfällt.

In der neuen Rubrik „Greenlife“ dreht sich künftig alles um „grünes“ Wohnen, Mode und „fairen“ Handel. Springt der Jalag damit ohne das Investitionsrisiko einer Neugründung auf den „Lohas“-Zielgruppenzug? „Vital“-Chefredakteurin Joy Jensen widerspricht: „Das Thema Nachhaltigkeit ist nicht neu für uns – aber wir schaffen jetzt einen festen Platz dafür.“ Zudem soll das neue Ressort der wachsenden Zahl von Unternehmen mit „grünen“ Botschaften ein Werbeumfeld bieten.

Die Veränderungen im Blatt sind eine Reminiszenz an die Zielgruppe, die „Vital“ künftig verstärkt ansprechen und besser ausschöpfen möchte: jene konsumkräftigen wie -kritischen aufgeklärten Frauen, die in der Marktforschung als „Postmaterielle“ beschrieben werden. Bislang ist „Vital“ eher in der bürgerlichen Mitte verankert. Zugleich möchte Jensen mehr Frauen bereits ab Ende 30 ansprechen und dadurch das Durchschnittsalter der Leserinnen von derzeit 53 auf mittelfristig 48 Jahre senken.

Auf eine Kampagne verzichtet „Vital“ zunächst. Stattdessen kündigt Frauenmagazin-Verlagsleiter Matthias Frei für kommenden März ein „Werbe- und Vertriebsfeuerwerk“ an. Dann erscheint Ausgabe 4/2009 – das Jubiläumsheft zum 40. Geburtstag von „Vital“. Dabei sollen möglichst viele Frauen mit dem Heft in Kontakt kommen: Frei will „Imagebarrieren“ abbauen, die manche potenzielle neue Leserinnen, aber auch Werbekunden, gegenüber der Traditionsmarke empfinden. Offenbar wird „Vital“ bisweilen im Senioren-Gesundheitssegment fehlverortet. Immerhin: Mit 256.634 verkauften Heften im 3. Quartal 2008 (plus 3,7 Prozent gegenüber Vorjahr) hält sich der Titel seit zwei Jahren stabil im Markt. rp
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