Jalag stellt "Prinz" ein / Marke wird als Online-Magazin fortgeführt

Dienstag, 13. November 2012
Lediglich die "Prinz Top Guides" werden in Print weitergeführt
Lediglich die "Prinz Top Guides" werden in Print weitergeführt

Mit der Einberufung einer Betriebsversammlung am heutigen Dienstag hatten sich gravierende Änderungen beim Stadtmagazin "Prinz" bereits angedeutet, nun ist es offziell: Der Jahreszeitenverlag stellt die Stadtmagazine "Prinz" zum Ende des Jahres ein und beschränkt sich auf die Online-Portale. Lediglich die monothematische Magazinreihe "Prinz Top Guide" wird als Printprodukt fortgesetzt. "Der Medienwandel verändert den Markt der City-Listings-Magazine fundamental. Darauf reagieren wir: An die Stelle des Monatsmagazins tritt eine nochmals attraktiv erweiterte Onlineausgabe", erläutert Jalag-Geschäftsführer Peter Rensmann und betont zugleich, dass es sich dabei um eine "Prinz-spezifische Marktveränderung" handelt. "Die Gattung Print hat eine stabile langfristige Perspektive und behält diese auch für uns." Interessant: Bisher hat der Jalag seinen "Prinz" nicht Stadtmagazin oder gar schnöde City-Listing-Magazin genannt, sondern lieber Lifestyle-Magazin. Vorbei.

"Das geänderte Mediennutzungsverhalten der Prinz-Zielgruppe erfordert entsprechende kreative digitale Angebote, daher ist diese Umstellung des Geschäftsmodells wirtschaftlich notwendig und vernünftig und deshalb geboten", ergänzt Prinz-Verlagsleiter Michael Silvio Kusche: "Wir werden nun in einen intensiven Austausch mit den Betriebsräten eintreten und alles tun, um für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gemeinsam sozial ausgewogene Lösungen zu finden." Nach Informationen von HORIZONT.NET sind rund 60 Mitarbeiter von Stellenstreichungen betroffen, die bisher an den 14 "Prinz"-Standorten für den Print-Titel gearbeitet haben (davon 20 in Hamburg), in allen Bereichen, also Redaktion, Vertrieb, lokale Anzeigenvermarktung und Verwaltung.

Im vergangenen Sommer hatte Jalag noch versucht, das schon seit geraumer Zeit unter rückläufigen Vertriebs- und Anzeigenerlösen leidende Stadtmagazin mit einem Relaunch und einem neuen Geschäftsmodell wieder in die Erfolgsspur zu bringen. Das Format wurde auf Tabloid umgestellt, der Umfang verringert und der Copypreis angehoben. Inhaltlich setzte "Prinz" auf regionalen Nutzwert und versuchte mit Gutscheinen neue Leser zu ködern - letzlich vergeblich.

Der Online-Ableger soll weiterhin von der Jalag-Tochterfirma 4Seasons Digital.Net auch redaktionell betreut werden. Der Ausbau im Web soll im Frühjahr 2013 starten. Unklar ist bisher, inwieweit ein erweitertes Angebot auf Prinz.de, das derzeit dem Vernehmen nach wie so viele Portale noch nicht profitabel arbeitet, dann auch auf Bezahlmodelle setzt anstatt nur auf Werbefinanzierung und E-Commerce. Die Magazinreihe "Prinz Top Guide" wird schon bisher - und künftig nur noch - von externen Dienstleistern und freien Mitarbeitern produziert. dh/rp
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