Jahreszeiten Verlag bündelt Digitalgeschäft / Verlegersohn Sebastian Ganske wird Chef

Donnerstag, 14. Januar 2010
Verlegersohn Sebastian Ganske bekommt mehr Verantwortung
Verlegersohn Sebastian Ganske bekommt mehr Verantwortung

Der Hamburger Jahreszeiten Verlag (Jalag) gründet das Unternehmen 4 Seasons Digital.Net. Darin will das Haus im Laufe der nächsten Monate alle Online-Aktivitäten organisatorisch zusammenfassen. Geschäftsführer des Jalag-Tochterunternehmens wird Verlegersohn Sebastian Ganske. Ziel sei es, das Jalag-Markenportfolio („Für Sie", „Petra", „Prinz", „Der Feinschmecker") in den „sich entwickelnden Zukunftsmärkten ganzheitlich zu positionieren und gezielt auszubauen", sagt Jan Pierre Klage, Sprecher der Jalag-Geschäftsführung. Im Verlagsbereich Neue Geschäftsfelder, der im Juni vergangenen Jahres gegründet wurde und von Michael Silvio Kusche geleitet wird, habe man erste positive Erfahrungen gesammelt, so Klage. In den kommenden Wochen werde Sebastian Ganske die Schwerpunkte der Digitalstrategie festlegen. Im Mai vergangenen Jahres hatte Verleger Thomas Ganske seinen Sohn ins Familienunternehmen geholt. Er leitet seitdem die elektronischen Medien der Jalag-Publikumszeitschriften. Klage verwies auf die „erfolgreichen Online- und Apps-Engagements anderer Unternehmen der Ganske-Gruppe" (Merian.de, Schneemenschen.de), deren Erfahrungen man für Synergien nutzen werde.

Jalag-Boss Jan Pierre Klage
Jalag-Boss Jan Pierre Klage
Größte Baustelle dürften die Online-Aktivitäten der Frauentitel sein. Bisher lässt der Jalag die Sites vom Münchner Dienstleister Womenweb produzieren und vermarkten. Zeitgemäßer wäre es wohl, zumindest die Erstellung - wie bei Prinz.de vorexerziert - selbst in die Hand zu nehmen.

Beim Ausblick auf das Jahr 2010 zeigte sich Klage nach Verlagsangaben „zurückhaltend und vorsichtig", betonte aber, dass sich „trotz Konjunkturkrise und Rabattschlachten für Zeitschriften im Qualitätssegment durchaus Chancen bieten" - wenn dauerhaft Rahmenbedingungen geschaffen würden, „die Kreativität auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zu angemessenen Kosten ermöglichen und fördern", so Klage vor der Belegschaft. Für konkrete Prognosen über Anzeigen- und Vertriebsumsätze sei es noch zu früh. Er wolle erst die Entwicklung der ersten Wochen des neuen Jahres abwarten.

Klage sagte dies auf einer Betriebsversammlung, von der sich die Mitarbeiter konkretere Auskünfte zur Lage des Verlags erhofften. Hintergrund: Die Kurzarbeitsvereinbarung ist Ende 2009 ausgelaufen. Nun ist unklar, wie es weitergeht. Unterstützung dabei erwartet die Jalag-Geschäftsführung von der Unternehmensberatung Schmidt Grund Partner, die seit Monaten im Haus unterwegs ist. rp
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