JCDecaux geht zurückhaltend in die zweite Jahreshälfte

Dienstag, 31. Juli 2012
Auch der weltweit größte Außenwerber JCDecaux bekommt die Finanzkrise zu spüren
Auch der weltweit größte Außenwerber JCDecaux bekommt die Finanzkrise zu spüren

Der weltgrößte Außenwerber JCDecaux bekommt die europäische Finanzkrise zu spüren. Der Umsatz des französischen Unternehmens stieg im ersten Halbjahr 2012 um 6 Prozent auf 1,24 Milliarden Euro gegenüber 1,17 Milliarden Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Nettogewinn ging zurück: In der ersten Jahreshälfte 2011 lag er noch bei 95,1 Millionen Euro, momentan sind es nur 82,4 Millionen Euro. Im Bereich der Stadtmöblierung kletterten die Umsätze um 1,1 Prozent auf 572,2 Millionen Euro gegenüber 566,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz im Kerngeschäft, also die Werbeeinnahmen ohne Verkauf, Vermietung und Wartung der Stadtmöbel, ging organisch um 0,9 Prozent zurück. In Deutschland, wo JCDecaux mit 90,1 Prozent auch die Mehrheit an der Berliner Wall AG hält, ging der Umsatz im mittleren einstelligen Bereich zurück, die meisten anderen Märkte der Gruppe melden gleichbleibende oder sinkende organische Umsätze. Sorgenkind bleibt Südeuropa: Hier muss der Außenwerber aufgrund einer weiteren Verschlechterung der makroökonomischen Rahmenbedingungen einen zweistelligen Rückgang hinnehmen.

Gewohnt stark blieb der Bereich der Transportmedien. Hier stiegen die Umsätze im ersten Halbjahr 2012 um 12,5 Prozent auf 452,2 Millionen Euro. Als Erfolgsgarant erwies sich abermals der asiatisch-pazifische Raum: Hier gelang dem französischen Unternehmen trotz Konjunkturabschwächung ein zweistelliges Wachstum.

Bei den Großflächen litten die meisten europäischen Regionen unter einer schwachen Nachfrage der Werbekunden. In Frankreich muss JCDecaux einen einstelligen Rückgang der organischen Umsätze hinnehmen, in Südeuropa liegt das Minus im zweistelligen Bereich. Als Ursache nennt der Konzern vor allem den wachsenden Preisdruck, der besonders im zweiten Quartal in fast allen Regionen, in denen die Gruppe tätig ist, spürbar gewesen sei.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sank um 2,3 Prozent auf 133,3 Millionen Euro gegenüber 136,5 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2011. Die operative Marge des Konzerns kletterte um 3,9 Prozent auf 270,2 Millionen Euro gegenüber 260 Millionen Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die operative Marge auf den Konzernumsatz lag bei 21,8 Prozent und damit 40 Basispunkte unter dem Vorjahreswert - ein weiteres Indiz für die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Besonders hoch war in den ersten sechs Monaten des Jahres allerdings der frei verfügbare Cash-Flow. Er liegt mit 150,3 Millionen Euro gegenüber 106,9 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf einen hohen Niveau und ermöglicht dem Unternehmen, durch weitere Zukäufe zu expandieren.

Für das dritte Quartal rechnet Vorstandsvorsitzender Jean-Francois Decaux trotz positiver Impulse durch die Olympischen Spiele in London und einer erwarteten leichten Verbesserung in Frankreich lediglich mit einem etwa gleichbleibenden organischen Umsatzwachstum gegenüber dem zweiten Quartal. In Deutschland und in einigen nord- und osteuropäischen Ländern zeichne sich ein Umsatzrückgang ab. kl
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