JCDecaux: Schwieriger europäischer Markt prägt Bilanz des Außenwerbers

Dienstag, 07. Mai 2013
Jean-Francois Decaux hofft auf neues Wachstum
Jean-Francois Decaux hofft auf neues Wachstum

Zurückhaltung in Paris und Berlin: Auch der weltgrößte Außenwerber JCDecaux, der mit 90,1 Prozent die Mehrheit an der deutschen Wall AG hält, leidet unter dem schwierigen europäischen Markt. So fiel der Umsatz des Konzerns im 1. Quartal 2013 um 0,6 Prozent von 569 auf 565,7 Millionen Euro. Im Kerngeschäft, in dem die Werbeeinnahmen unabhängig von Verkauf, Vermietung und Wartung von Stadtmöbeln zusammengefasst werden, ging der Umsatz organisch, bereinigt um Übernahmen, Verkäufe und Wechselkurseffekte, um 2,2 Prozent zurück. Vor allem JCDecaux Konzernsparten Großflächenwerbung und Stadtmöblierung litten in den ersten drei Monaten des Jahres unter einem angespannten Markt. Gerade der Bereich der Stadtmöbel bekam die Verschlechterung des wirtschaftlichen Umfelds in Frankreich und im restlichen Europa zu spüren. Der Umsatz im Segment fiel um 3,7 Prozent auf 255,7 Millionen Euro (organisch minus 3,5 Prozent). Innerhalb der Großflächenwerbung verzeichnet der französische Außenwerber zwar ein Umsatzplus von 3,1 Prozent, das 103,1 Millionen Euro entspricht, muss aber organisch ein Minus von 7,6 Prozent hinnehmen. Die Differenz erklärt der Konzern hauptsächlich mit der Übernahme des 25-Prozent-Anteils an Russlands größtem Außenwerber Russ Outdoor, deren finanziellen Auswirkungen seit Februar in das Ergebnis der Sparte einfließen. Zudem liege der Schwerpunkt der Großflächenwerbung in Europa, sodass sich wiederum die hier herrschenden schwierigen Rahmenbedingungen im Ergebnis niederschlagen würden.

Ein leichtes Plus (1,7 beziehungsweise organisch 1,5 Prozent) im Transportsegment und ein Umsatz von 206,9 Millionen Euro kompensieren die Rückgänge in den beiden Bereichen leicht. Sowohl Großbritannien als auch Frankreich verzeichnen Zuwachs, in der Heimat Decaux schlug sich vor allem der Erfolg des neuen digitalen Portfolios in Kooperation mit Aéroports de Paris positiv in den Zahlen nieder. Auch im asiatisch-pazifischen Raum und in Nordamerika erzielte das Transportsegment laut Konzern beachtliche Wachstumsraten, während die Gruppe in den meisten europäischen Märkten im 1. Quartal 2013 Umsatzrückgänge verzeichnet.

Für die kommenden drei Monate verweist Co-CEO Jean-Francois Decaux auf geringe Prognosesicherheit und wenig erkennbare Anzeichen für eine Belebung der europäischen Märkte, rechnet aber mit einem organischen Umsatz auf Vorjahresniveau. Die Führungsposition innerhalb der Außenwerbebranche, die in einer zunehmend fragmentierten Medienlandschaft ihre Stärke bewahren wird , will Decaux zumindest weiter ausbauen: "Unsere solide Unternehmensbilanz ist dabei ein entscheidender Wettbewerbsvorteil, der uns in die Lage versetzt, auch weiterhin sich bietende externe Wachstumschancen zu nutzen." kl
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