Investitionen und Innovationen: Warum es Google so eilig hat

Montag, 11. April 2011
Larry Page drückt mächtig aufs Tempo
Larry Page drückt mächtig aufs Tempo

Kaum ist Mitbegründer Larry Page wieder CEO von Google, nimmt der Internetkonzern, wie es in schönem Journalistendeutsch heißt, wieder gehörig Fahrt auf. Investitionen und Innovationen sollen die Vormachtstellung im Netz sichern. Die 5 wichtigsten strategischen Bausteine. 1. Bestehendes Business: Googles Stammgeschäfte Suche und Onlinbe-Werbung laufen nach wie vor bestens. Doch nicht nur Apple und Microsoft, vor allen Dingen das Social Network Facebook greift Googles Kernmarkt erfolgreich an. Sowohl bei den Zugriffen als auch bei den Werbeumsätzen ist Facebook - zumindest in den USA - ein jetzt schon ernsthafter Konkurrent für Google. „Bestehendes Geschäft absichern", heißt die konsequente Maxime des neuen alten Google-Chefs.

2.TV: Gleich mit zwei unterschiedlichen Ansätzen versucht Google, die Karten im TV-Business neu zu mischen. Youtube, zugriffsstarke aber ertragsschwache Tochter, will unbedingt das Image einer Plattform für Amateurvideos loswerden. Mit 20 themenspezfischen Sendern soll aus der Videoplattform ein für Nutzer wie für die Werbeindustrie gleichermaßen attraktive TV-Plattform werden. Dazu passt auch die jüngste Youtube-Meldung, dass auf der Plattform Events live übetragen werden. Unabhängig davon werkelt Google mit der Softwareplattform Google-TV derzeit in den USA an der Verschmelzung von Web, App und TV-Gerät. In Europa soll das Angebot dieses Jahr starten,  

3. Mobile: Marktforscher Gartner prognostiziert, dass Ende 2012 die Hälfte aller Smartphones mit Googles Android-Betriebssystem läuft (2011: 38, 5 Prozent). Im Gegensatz zu Apples iOS ist Android eine offenere Plattform. Der Mobile-Bereich gilt gemeinhin sowohl für den E-Commerce wie für Werbeindustrie als eine der auch umsatzmäßig wichtigsten Bereiche der Digitalen Wirtschaft, entsprechend hart ist die Konkurrenz der Megaplayer.

4. Neue Geschäftsfelder: Am vergangenen Freitag hat Google unter strengen Auflagen des US-Justizministeriums die Erlaubnis erhalten, für 700 Millionen Dollar den Flugsuchspezialisten ITA Software zu übernehmen. Ein weiteres vergleichsweise neues Geschäftsfeld: Solarstrom. Vergangene Woche hat Google vom Hamburger Finanzinvestor Capital Stage 49 Prozent eines kürzlich erworbenen 18,7-Megawatt-Solarkraftwerks in Brandenburg erworben. Beide Unternehmen betreiben in Zukunft das Kraftwerk gemeinsam. Für Google ist es die erste Investion in Ökostrom außerhalb der USA.

5. Neuer Spirit: Der große Kommunikator nach außen ist Larry Page nicht. Doch personelle und organisatorische Umbauten der vergangenen Wochen zeigen die Richtung auf: Page will bei Google „die Denkweise eines Jungunternehmens wieder einführen", wie Handelsblatt Online richtig schreibt: „Allerdings machte Page klar, dass er die Bürokratie und die Selbstzufriedenheit, die mit dem Wachstum zu einem Industriegiganten des 21. Jahrhunderts einherging, abstellen will. Es wird erwartet, dass Google das Jahr mit über 30.000 Beschäftigten und über 35 Milliarden Dollar (24,5 Milliarden Euro) Gewinn abschließen wird."

Larry Page wurde im April 2011 zum zweiten Mal CEO bei Google. Der Manager hatte bereits nach der Unternehmensgründung im September 1998 den Posten inne. Unter seiner Leitung wuchs das Unternehmen auf über 200 Mitarbeiter und erreichte die Rentabilitätszone. Als Eric Schmidt 2001 als Chairman und Chief Executive Officer bei Google anheuerte, übernahm er die Position des President of Products. vs
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