Interview: Wolfgang Dittrich, Agirev-Chef, über Methode und Ergebnisse des ORM

Donnerstag, 22. August 2002
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HORIZONT: Die Agirev hat die Ergebnisse der 2. Teilwelle des Online- Reichweitenmonitors veröffentlicht. Was hat Sie dabei überrascht?
Wolfgang Dittrich: Vor allem die hohe Zahl von 13 Millionen bei den täglichen Nutzern. Damit ist nahezu ein Viertel der deutschen Bevölkerung zwischen 14 und 69 Jahren jeden Tag im Internet.

In der 1. Teilwelle im Frühjahr waren es noch lediglich knapp elf Millionen.
Dittrich: Richtig, allerdings sollte man die Ergebnisse der beiden Teilwellen nicht vergleichen. Die Ergebnisse der ersten Befragung sind in die zweite Welle mit eingeflossen, dort aber - wegen der inzwischen veränderten Zusammensetzung der Gesamtbevölkerung - neu gewichtet worden. Gleichzeitig ist die Gesamtzahl der Befragten nun etwa doppelt so hoch, was die Ergebnisse deutlich genauer macht.

Kritisiert wird allerdings die Methode, die Bekanntheit von Onlineangeboten durch Vorlage der Logos abzufragen. Dies bevorzuge die Auftritte klassischer Print- oder TV-Marken.
Dittrich: Befragungen über die Webnutzung brauchen einen optischen Stimulus. Nicht jeder kann Markennamen wie Jobpilot oder Jobline genau auseinanderhalten. Im Übrigen sind ja gerade die meist genutzten Angebote reine Onlinemarken. Natürlich ist die Methode nicht perfekt, aber besser geht es derzeit unserer Meinung nach nicht.

Wie wird es nun weitergehen?
Dittrich: Wir sind bereits bei der Befragung von weiteren 6500 Personen. Die Ergebnisse werden mit der jüngeren Hälfte der gerade veröffentlichten 1. Welle zusammengeführt. Die ältere Hälfte dagegen scheidet aus. Nach diesem rollierenden System werden die Ergebnisse weiterhin jeweils halbjährlich aktualisiert.

Interview: Klaus Janke
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