Interview: Nugg.ad-Chef Noller sagt Targeting goldene Zukunft voraus

Donnerstag, 25. Juni 2009
Nugg.ad-Chef Stephan Noller: "Targeting wächst gegen den Trend"
Nugg.ad-Chef Stephan Noller: "Targeting wächst gegen den Trend"

Der Markt für Targeting im Internet wird sich in diesem Jahr verdoppeln. Das prognostiziert der CEO des Spezialanbieters Nugg.ad Stephan Noller. "Targeting ist nicht mehr Hype, sondern ein Arbeitsthema", sagt der Onlinemarketing-Experte im Interview mit HORIZONT.NET. Die Mediaagenturen seien von der Technologie überzeugt und forderten daher die Vermarkter verstärkt auf, intelligentes Targeting anzubieten. Gleichzeitig hätten die Vermarkter erkannt, dass die Technik bei der Monetarisierung und der Akquise neuer Budgets helfe.

"Targeting wächst also gegen den Trend", sagt der studierte Psychologe. Der Grund: "Die Themen Effizienz und Messbarkeit sind besonders in Krisenzeiten die Hot Topics." Zudem biete Targeting die "einzigartige Möglichkeit", an klassische Budgets heranzukommen. Dies gelte insbesondere für die Konsumgüterindustrie, die sich traditionell mit Onlinewerbung schwer tut. Ein weiterer Wachstumstreiber sei der Trend, Targeting-Kampagnen vermarkterübergreifend zu planen und zu buchen. brö

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Herr Noller, Sind Sie ein Krisengewinnler?Ja, das kann man schon so sagen. Wir haben immer darauf hingewiesen, dass Predictive Targeting in der Krise noch einmal eine besondere Nachfrage erfahren wird - und das scheint sich derzeit eindrucksvoll zu bestätigen. Wir sind in Gesprächen mit allen großen Online-Vermarktern. Dabei hat sich vor allem eines geändert: Targeting ist nicht mehr Hype, sondern ein Arbeitsthema. Die Mediaagenturen sind von der Technologie überzeugt und fordern die Vermarkter auf, intelligentes Targeting anzubieten. Und auf der Seite der Vermarkter setzt sich inzwischen die Einsicht durch, dass Predictive Targeting dabei hilft, besser zu monetarisieren und neue Budgets zu adressieren - im Endeffekt also mehr Umsatz zu machen. Targeting wächst also gegen den Trend.

Normalerweise lassen Werbetreibende in Zeiten der Krise die Hände von neuen Werbetechnologien. Warum ist das bei Targeting anders? Der Grund ist, dass Targeting keine neue Technologie mehr ist. Wir haben in den letzten drei Jahre kontinuierlich mit unseren Kunden den Beweis erbracht, dass Predictive Targeting funktioniert und nicht nur für mehr Umsatz sorgt, sondern vor allem für bessere und effizientere Kampagnen. Die Themen Effizienz und Messbarkeit sind natürlich besonders in Krisenzeiten die Hot Topics, insbesondere im Online-Marketing. Hinzu kommt, dass Predictive Targeting nicht nur hilft, die gewünschte Zielgruppe besser zu erreichen, sondern auch die einzigartige Möglichkeit bietet, klassische Budgets insbesondere aus dem Bereich Fast Mover Consuming Goods zu adressieren. Effiziente Werbung für Tiefkühlprodukte geht überhaupt nur mit dieser Technologie. Diese Botschaft ist inzwischen auch bei den Marketingchefs angekommen.

Was für Folgen hat das für die Marktentwicklung in diesem Jahr? Wir gehen davon aus, dass sich der Trend beschleunigt und wir mindestens eine Verdoppelung des Targeting-Volumens sehen werden. Vermarkter ohne eine entsprechende Technologie werden es schwer haben, bestimmte Buchungen von den Agenturen zu erhalten. Spätestens 2010 wird Predictive Targeting für die meisten Anbieter ein Must-Have sein. Dieser Trend wird noch dadurch verstärkt, dass es zunehmend möglich ist, übergreifend Targeting-Kampagnen zu planen und zu buchen. Das ist eine notwendige Voraussetzung, um die Targeting-Kampagne vom Spezialfall in der Mediaplanung zu einem Alltagsprodukt zu machen.

Das klingt ja alles sehr verlockend. Aber von welcher Basis gehen Sie aus bzw. wie lief das Geschäftsjahr 2008 und wie das Krisenquartal 2009? Wir sind überaus zufrieden mit der Geschäftsentwicklung - wir haben ein sehr starkes erstes Quartal gesehen und können jetzt schon sagen, dass der April 2009 der erfolgreichste Monat in der Unternehmensgeschichte war. Auch wenn wir in 2008 bereits einen respektablen siebenstelligen Umsatz gesehen haben gehen wir in diesem Jahr nochmals von einer deutlichen Steigerung aus - und liegen aktuell sogar über dem Plan.

Ihr Konkurrent Wunderloop setzt aufgrund der positiven Entwicklung zum Höhenflug an und plant die Expansion nach Nordamerika. Ist das auch eine Option für Sie? Wir konzentrieren uns derzeit auf den Ausbau unserer Geschäfte in den europäischen Kernmärkten und setzen alles daran, Predictive Targeting zur zentralen Technologie und Plattform für intelligente Online-Kampagnen auszubauen. Das erwarten unsere Kunden auch von uns. Wir sind stolz darauf, mit Predictive Targeting eine Lösung erfunden zu haben über die in USA derzeit heiß diskutiert wird, die aber in Europa bereits für gutes Geschäft in diversen Märkten sorgt. Darauf werden wir aufbauen und unsere Marktführerschaft ausbauen. 

Gibt es zumindest für Europa Ausbaupläne? Wir sind ja bereits Marktführer in Deutschland, Österreich, Skandinavien und Osteuropa. Derzeit entwickeln wir aus unseren Niederlassungen in London und Paris das Geschäft in Großbritannien und Frankreich und haben dort bereits erste wichtige Erfolge erzielt. Diesen Weg werden wir weiter verfolgen und Predictive Targeting zum führenden Standard im europäischen Online-Marketing machen.

Damit wird Nugg.ad immer auch interessanter für Investoren. Branchenbeobachter berichten, dass Nugg.ad sehr an einer Übernahme interessiert sei. Unter welchen Bedingungen wären Sie bereit, Nugg.ad zu verkaufen? Unser Geschäft entwickelt sich derzeit exzellent und wir sind gut finanziert. Ich wüsste also nicht warum wir uns mit solchen Optionen ernsthaft beschäftigen sollten. Unser Erfolg beruht zu einem guten Teil darauf, dass wir ein unabhängiger und klar positionierter Anbieter sind - das werden wir nicht leichtfertig aufs Spiel setzen. Interview: brö

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