Interview: ASV-Vorstand Wiele glaubt an den Erfolg von "Maxim"

Donnerstag, 29. März 2001

Horizont sprach mit Andreas Wiele, Vorstand Zeitschriften und International beim Axel-Springer-Verlag, über die neue Männerzeitschrift "Maxim".


Horizont: Was hat den Ausschlag für ihren Einstieg bei den Männermagazinen gegeben.

Andreas Wiele: Das war eine Kombination aus mehreren Dingen. Zum einen hat der Markterfolg von "FHM" unsere Überlegungen zu dem Thema sicherlich beschleunigt. Was für mich aber ausschlaggebender war: In allen nicht-angloamerikanischen Märkten ist "Maxim" sehr erfolgreich. Und damit ist der bisherige Hauptvorbehalt, dass es sich bei diesen Titeln um ein typisch anglo-amerikanisches Konzept handelt, überzeugend widerlegt. "Maxim" ist erfolgreich in Frankreich und Italien und das wird auch in Deutschland nicht anders sein. Hier wird sich langfristig ein Segment von Service- und Unterhaltungszeitschriften für Männer bilden, wie es das für Frauen längst gibt.

Horizont: Sehen Sie da eine grundsätzlichen Unterschied zu den traditionellen Titeln wie Playboy oder GQ?

Wiele: "Maxim" ist der Generalist, der auf unterhaltende und humorvolle Art und Weise Service für den Mann bietet. In einer offenen und direkten Art, kultiviert, aber nicht zu elitär. Und damit sprechen wir einen größeren Kreis von Mode- und Unterhaltungsoriertierten Männern an, als das zum Beispiel ein Männermode-Titel könnte.


Horizont: Riskieren Sie mit dieser Popularisierung nicht, dass Sie das beste Argument verlieren, das Männermagazine bisher gegenüber den Anzeigenkunden hatten - die hohe Qualität ihrer Leserschaft?

Wiele: Da klaffen Anspruch und Wirklichkeit manchmal auseinander. In den USA hat "Maxim" beispielsweise bessere Leserschaftsdaten, als "GQ", "Esquire" und andere Traditionstitel. "Maxim"-Leser sind jünger und verfügen über ein besseres Einkommen. Und auch in Deutschland werden wir positiv überrascht sein. Zumal wir optisch und inhaltlich den Anspruch haben, eine eigenständige Position aufzubauen. Wir werden sehr viel mehr originäre deutsche Inhalte haben.


Horizont: Wieviel Luft ist denn aus ihrer Sicht überhaupt noch im Markt der Männermagazine? Bisher haben sich Männer für eigene Titel eher weniger begeistert.

Wiele: In den Gruppendiskussionen hat mich fasziniert, wie unverklemmt heute Männer über die Themen Mode, Schönheit und Fitness sprechen. Das war noch vor wenigen Jahren ganz anders. Und diese große Offenheit liegt auch an der Aufbereitung, die "Maxim" bietet - die einfach sehr männlich daherkommt. Diese lockere und zugleich anspruchsvolle Aufbereitung stellt sicher, dass sich dieser Typus von Männermagazin auch langfristig etablieren wird.


Horizont: Was für eine strategische Rolle sehen Sie den für Maxim innerhalb des Verlags?

Wiele: Wir erreichen schon jetzt mehr Männer, als jeder andere Verlag. Für uns ist Maxim eine qualitative Stärkung des Angebots, das wir durch Auto-Bild, Sport-Bild und Computer-Bild schon haben. Die Reichweite dieser Titel können wir durch Maxim qualitativ nach oben abzurunden, so wie uns das auch im Frauensegment mit Allegra gelungen ist. Gerade bei internationalen Anzeigenkunden lassen sich Allegra und Maxim gemeinsam vermarkten, denn Luxusmarken wie Calvin Klein und Armani wenden sich mit ähnlichen Produkten an Männer und Frauen.

Horizont: Auf dem internationalen Parkett ist auch Springer als Verlag zu Hause. Denken Sie über weitere Maxim-Lizenzausgaben in anderen europäischen Märkten nach?

Wiele: Das ist nicht ausgeschlossen.
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