Internetunternehmen: Mittendrin im Existenzkampf

Mittwoch, 18. April 2001

Die Kuschel-Phase der deutschen Internetbranche ist vorbei. Längst geht es nicht mehr darum, ob Kickertisch oder kostenlose Verpflegung zum Wohlgefühl der Kollegen beitragen. Vielmehr stehen die wirtschaftliche Existenz so manchen Mitarbeiters und seines Arbeitgebers auf dem Spiel. Jüngste Beispiele: Desaster.com, dessen Website mit mehreren Awards ausgezeichnet worden ist, ist das Geld ausgegangen, obwohl die Umsatzerwartungen laut Geschäftsführerin Andrea Seeger erreicht wurden. Bestellungen werden nicht mehr angenommen; Kabel New Media hat soeben 30 Mitarbeiter im Hamburger Headoffice entlassen; und Marchfirst arbeitet derzeit daran, sich von seiner amerikanischen Muttergesellschaft abzukoppeln, die in der vergangenen Woche in den USA Insolvenz beantragt hat, und nun nach einem Käufer für das Europa-Geschäft sucht. Bei Yahoo stehen erneut Massenentlassungen an: rund 11 Prozent der Mitarbeiter weltweit sollen noch gehen. Gründe für die Krise gibt es viele. Bei Kabel New Media wie bei Pixelpark sind die Umsätze hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Für Peter Kabels Unternehmen hat sich außerdem das US-Geschäft nicht ausreichend entwickelt. Die Niederlassungen von Kabel New Media in Washington, Los Angeles und New York sind inzwischen geschlossen. Zudem ist so manches Dotcom nicht in der Lage, fällige Rechnungen zu bezahlen: So wartet beispielsweise Elephant Seven auf 1,5 Millionen Mark: Außenstände, die Dotcom-Kunden nicht bezahlt haben.
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