Internetnutzer vertrauen vor allem klassischen Medien – noch

Mittwoch, 21. Oktober 2009
TNS Emnid hat knapp 1000 Personen befragt
TNS Emnid hat knapp 1000 Personen befragt

Noch haben die klassischen Medien die Nase vorn, wenn es um das Informationsverhalten der Bundesbürger geht: 91 Prozent der Deutschen mit Internetzugang informieren sich im Fernsehen über aktuelle Nachrichten. Drei Viertel nutzen Tageszeitungen; Radio und Internet dienen noch mehr als der Hälfte als Nachrichtenquelle. Dies ist das Ergebnis der Studie "Informationsverhalten 2.0", für die das Medienforschungsinstitut TNS Emnid repräsentativ 989 Personen über 14 Jahren mit Zugang zum Internet befragt hat. Bei den unter 30-jährigen Onlinern seien Tageszeitung und Internet als Informationsmedien inzwischen von nahezu gleicher Bedeutung, so die Medienforscher. 70 Prozent der Onliner geben "die Seriosität, die ein Internetanbieter sich in klassischen Medien erworben hat", als ihr wichtigstes Auswahlkriterium für Informationsangebote im Netz an: 61 Prozent vertrauen denjenigen Webseiten, deren Anbieter sie bereits als Verlag oder als Rundfunksender kennen, eher als den Sites anderer Anbieter. Jedoch: 58 Prozent denken, dass es heutzutage keinen Unterschied mehr mache, ob eine Nachricht in einer Zeitung oder im Internet steht.

Bei den unter 30-Jährigen gelingt es den klassischen Medien jedoch nur noch bedingt, ihre Seriosität ins Netz zu übertragen. Der Vergleich nach Altersgruppen in Bezug auf die Vertrauenswürdigkeit gleiche "einer Chronologie des Bedeutungsverlusts" klassischer Medien, so TNS Emnid: Während 63 Prozent der über 50-Jährigen Print und Rundfunk grundsätzlich mehr vertrauen als dem Internet, so ist es nur noch die Hälfte der 30- bis 49-Jährigen, und bei den 14- bis 29-Jährigen nur noch ein Drittel. Die Wertschätzung unabhängig und professionell recherchierter Information müssten sich die klassischen Anbieter in den neuen Medien "erst wieder erarbeiten", schlussfolgern die Medienforscher.

Dabei kann die Vertrauenswürdigkeit von Informationsanbietern Geld wert sein: So erklärt sich knapp die Hälfte der Befragten (49 Prozent) bereit, für eine Nachrichtenquelle, der sie vertrauen und die sie nutzen wollen, auch zu zahlen. Diesem Anteil jedoch stehen 40 Prozent gegenüber, denen es - falls es etwas kostet - gleichgültig ist, woher sie ihre Informationen beziehen. rp
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