Internet und Schwellenländer sind Wachstumstreiber der Medienbranche

Dienstag, 12. Juni 2012
PwC veröffentlicht jährlich den "Global Entertainment and Media Outlook"
PwC veröffentlicht jährlich den "Global Entertainment and Media Outlook"


Der Siegeszug von Tablets und internetfähigen Smartphones hat den digitalen Medienwandel noch einmal beschleunigt. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz mit digitalen Medien weltweit um 17,6 Prozent, während das Wachstum nicht-digitaler Medien mit lediglich 0,6 Prozent weitgehend stagnierte. Wichtigste Werbeplattform bleibt allerdings das Fernsehen. Das geht aus dem "Global Entertainment and Media Outlook: 2012 - 2016" der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC hervor. Der Trend zur digitalen Mediennutzung wird nach Einschätzung der PwC-Experten auch in den kommenden Jahren weiter anhalten. Im Jahr 2016 werden 37,5 Prozent des weltweiten Umsatzes der Medienbranche auf digitale Medien entfallen. Aktuell sind es 28 Prozent. "Für Medienunternehmen stellt sich angesichts der aktuellen Entwicklungen in der Branche nicht mehr die Frage, ob sie ihre Inhalte digital und online anbieten sollen. Es geht vielmehr darum, mit welchem Geschäftsmodell sie sich in der digitalen und zunehmend mobilen Wertschöpfungskette etablieren können", sagt Werner Ballhaus, Leiter des Bereichs Technologie, Medien und Telekommunikation bei PwC.

Dabei schreitet der digitale Wandel unterschiedlich schnell voran: Während die Videospielbranche bereits im kommenden Jahr mehr Umsatz mit Downloads und Online-basierten Angeboten als mit dem Verkauf von Spielen erzielen wird - in der Musikbranche wird es laut PwC 2015 so weit sein - werden Magazine nach wie vor vor allem in gedruckter Form gelesen. Digitale Ausgaben oder Apps tragen 2016 laut Prognose erst zehn Prozent zum Umsatz der Verlagsbranche bei.

Insgesamt erwarten die Autoren in den kommenden Jahren ein jährliches Wachstum der Medienbranche um durchschnittlich 5,7 Prozent auf gut 2,1 Billionen US-Dollar im Jahr 2016. Dabei steigt der Anteil der Internet-Zugangsentgelte überdurchschnittlich stark um 9,3 Prozent auf 493 Milliarden Dollar ansteigt, legen die Werbeerlöse jährlich um 6,4 Prozent auf 661 Milliarden Dollar und die Ausgaben der Endverbraucher um durchschnittlich 3,8 Prozent auf 802 Milliarden Dollar zu.

Parallel zur Mediennutzung steigen auch die Investitionen in Werbung auf digitalen Plattformen: Bis 2016 prognostiziert PwC einen jährlichen Anstieg des Umsatzes mit Online-Werbung um 15,9 Prozent, im Bereich der Werbung für mobile Endgeräte sogar um durchschnittlich 36,5 Prozent. Die wichtigste Werbeplattform bleibt jedoch auf absehbare Zeit das Fernsehen. Bis 2016 steigen die Erlöse mit TV-Werbung um jährlich 6,6 Prozent auf knapp 255 Milliarden US-Dollar.

Neben der Digitalisierung sind vor allem die Schwellenländer der größte Wachstumsmotor der globalen Medienbranche: Mit einem jährlichen Wachstum von 12 Prozent liegt China an der Spitze dieser Entwicklung und hat Deutschland bereits im vergangenen Jahr als drittgrößten Medienmarkt der Welt abglöst. In China erzielte die Medienbranche 2011 Umsätze in Höhe von 109 Milliarden Euro, in Deutschland, wo PwC von einem jährlichen Wachstum von 2,7 Prozent ausgeht, lagen die Erlöse bei 99 Milliarden Dollar. Brasilien wird mit einem jährlichen Wachstum von 10,6 Prozent in den kommenden Jahren voraussichtlich an Kanada und Italien vorbeiziehen.

Die USA bleiben auch in Zukunft der größte Medienmarkt der Welt
Die USA bleiben auch in Zukunft der größte Medienmarkt der Welt

Die Studie "Global Entertainment and Media Outlook" der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PriceWaterhouseCoopers erscheint jährlich und bietet Umsatzprognosen für 13 Teilbranchen in 48 Ländern weltweit. Weitere Informationen gibt es auf der Website des Unternehmens. dh
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