Internet Facts: TV-Vermarkter legen zu / Interactive Media behauptet Spitzenplatz

Donnerstag, 17. März 2011
Die Top 15 Vermarkter (zum Vergrößern bitte klicken)
Die Top 15 Vermarkter (zum Vergrößern bitte klicken)

Die Kräfteverhältnisse im Internetwerbegeschäft verschieben sich: Während die klassischen Onlinevermarkter mit Rückgängen bei der Reichweite zu kämpfen haben, legen die TV-Vermarkter zu. Laut der Studie Internet Facts IV-2010 der Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung (Agof) erreicht IP Deutschland im Untersuchungszeitraum von Oktober bis Dezember 2010 26,89 Millionen Unique User (UU) – das sind 760.000 Nutzer mehr als noch bei den Internet Facts III-2010. Damit schafft es die RTL-Tochter erstmals auf Rang vier. Auch der TV-Vermarkter Seven-One Media (Pro Sieben Sat 1) legt zu und erreicht 28 Millionen Nutzer, 700.000 mehr als noch bei der letzten Studie. Grund für den Wachstum ist der Erfolg von ProSieben.de und N24.de: Beide Portale konnten ihre Nutzerschaft in einem durchschnittlichen Monat des Untersuchungszeitraums jeweils um mehr als 1,3 Millionen ausbauen.

Zwar befinden sich auf den ersten beiden Rängen mit Interactive Media und Tomorrow Focus Media weiterhin zwei reine Onlinevermarkter, diese verlieren jedoch an Reichweite. Auch United Internet Media (UIM) lässt Federn: Der ehemalige Spitzenreiter befindet sich nur noch auf Platz 5 des Rankings. Dies ist vor allem auf Web.de zurückzuführen: Dem Portal fehlen gegenüber der vorherigen Studie 720.000 Nutzer. Dennoch platziert sich die Seite weiterhin auf Platz 3 im Ranking der Onlineangebote, hinter T-Online und Ebay.

Gewinner in der Top 10 der Onlineangebote sind Gutefrage.net, das sich von Rang 6 auf 4 verbessern konnte, und Chip Online, das sich von Platz 11 auf 8 steigern konnte. "Das Resultat spiegelt die Anstrengungen des letzten Jahres wider, unsere führende Position im Markt durch langfristig angelegten Reichweiten-Aufbau und hochwertige Inhalte weiter auszubauen", erklärt dazu Mathias Plica, Geschäftsführer von CHIP Xonio Online. Verlierer sind hingegen die VZ Netzwerke (SchülerVZ, StudiVZ, MeinVZ), die mehr als eine Million Nutzer einbußen müssen und somit um zwei Plätze auf Rang 9 rutschen.

Die Top 10 Onlineangebote (zum Vergrößern bitte klicken)
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Bei den Nachrichtenportalen steht weiterhin Bild.de an der Spitze: Die Webseite des Axel-Springer-Verlags platziert sich als einziges Newsangebot in den Top 10 und erreichte in einem durchschnittlichen Monat des Untersuchungszeitraums 11,93 Millionen UU. Spiegel Online (Platz 13, 9,57 Millionen UU) und N24.de (Platz 14, 9,44 Millionen UU) können beide an Reichweite zulegen. Auch Stern.de und Zeit Online steigern ihre Nutzerschaft. Im Gegensatz dazu rutschen News.de und Sueddeutsche.de ab, sie verlieren gegenüber den Internet Facts 2010-III 180.000 bzw. 330.000 Nutzer.

Im Bereich der Kommunikations-Fachportale hat HORIZONT.NET weiterhin die Nase vorn: Mit 240.000 Unique User platziert sich die Seite des Deutschen Fachverlags noch vor Wuv.de und Meedia.de mit je 220.000 Nutzern.

Die Internet Facts werden derzeit im Drei-Monats-Rhythmus herausgegeben und weisen für einen durchschnittlichen Monat im Untersuchungszeitraum Reichweiten- und Strukturdaten für Onlinewerbeträger aus. Dabei steht der Leistungswert der Unique User den IVW-Messgrößen Visits und Page Impressions entgegen. Künftig will die Agof die Studie monatlich veröffentlichen, ein genauer Starttermin ist jedoch noch nicht bekannt. sw
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