Interactive-Networx-Chef bezichtigt Telekom der Wegelagerei

Montag, 17. Mai 1999

Als "Wegelagerei mit den Mitteln des 21. Jahrhunderts" bezeichnet Robert Rothe, Geschäftsführer des Internet-Providers Interactive Networx, das Verhalten der Deutschen Telekom. Grund für seinen boshaften Vorwurf: Die Telekom weigere sich, für den von seinem Unternehmen betriebenen Internetdienst Snafu die Rufnummer 01913xx bundesweit über einen alternativen Carrier freizuschalten. In einem Schreiben an die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post fordert Rothe deshalb, diese "wettbewerbsverhindernde Blockadepolitik" sofort zu stoppen. Interactive Networx wollte die Rufnummer an eine Telefongesellschaft portieren, um mit Snafu bundesweit einen Internet-Zugang zu sehr günstigen Konditionen anbieten zu können. Rothe: " Die Telekom versucht nicht nur, die Internet-Kosten in Deutschland zu normieren und somit T-Online allein schon aufgrund der Inkasso-Möglichkeiten einen Vorteil zu verschaffen, sondern auch zu Lasten der Verbraucher und Wettbewerber eine Internet-Maut einzuführen." Mit seiner Kritik an der Tarifpolitik der Telekom steht Rothe nicht allein. Neben dem Online-Dienst AOL hat sich auch der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) an die Regulierungsbehörde gewandt.
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