Instyle Men: Handwerklich gut, aber nicht überraschend

Freitag, 17. September 2010
Ab 18.9. im Doppelpack mit "Instyle" am Kiosk, später als Stand alone
Ab 18.9. im Doppelpack mit "Instyle" am Kiosk, später als Stand alone

Männer aufgepasst, jetzt erfahrt ihr, warum Frauen verrückt nach Bradley Cooper sind. Zumindest verspricht das die Zeitschrift „Instyle Men", deren Titelseite der „coolste Alpha-Mann Hollywoods" ziert. Ab dem 18. September testet Burda die männliche Variante von „Instyle" im Markt. Sie richtet sich auf 140 Seiten an modebewusste Kerle. Im Doppelpack mit „Instyle" und ab November als Stand Alone erscheint die 3,50-Euro-Zeitschrift -einmalig - in einer Druckauflage von 200.000 Exemplaren. Was zeichnet die Startausgabe aus? Zunächst einmal: Einen Ableger eines erfolgreichen Magazins zu gründen ist eine naheliegende und sinnvolle Strategie, wenn dabei der Markenname, wie in diesem Fall, beibehalten wird. Look und Themenmischung von „Instyle Men" sind dem Original sehr ähnlich, nur eben auf männlich getrimmt, daher ist der Wiedererkennungswert hoch.

Dass der Schwerpunkt des Hefts auf Modefragen liegt, wird schon auf den ersten Blick deutlich: Die Cover-Themen drehen sich um Sakko-Kombinationen und Jeans-Styling. Im Innenteil werden die Outfits von Prominenten in verschiedenen Rubriken redaktionell unter die Lupe genommen. So gibt es den „Trend Look des Monats" und den Report „Der Look" von Chefredakteurin Annette Weber, die auch „Instyle" verantwortet.

Neben Hollywood-Beaus wurde auch die Prominenz unter den Anzeigenkunden bedacht: Im „Modereport" erfährt man die Vorlieben von Tom Meggle, Louis-Vuitton-Geschäftsführer, und Kevin Lobo, Creative-Director von Boss, gibt im Interview seine Ansichten zu Anzugpflicht und Urlaubslook preis.

Der Heftaufbau ist klassisch, die Orientierung fällt daher leicht: Im vorderen Teil kleinteilige News und Modehingucker, längere Fotostrecken gibt es in den Rubriken „Mode", „Stars Privat", „Lifestyle" und „Gut Aussehen". Am Heftende stehen Reisestory und Kosmetiktipps. Der Service-Charakter des Hefts - ein immer wichtigeres Thema - zeigt sich in der mehrseitigen Fotostrecke „Styling Idee", wo Mann erfährt, welche Socken und welches Einstecktuch er am besten kombiniert.

Die übrigen Themen sind für echte Kerle gemacht: Motorradtipps, Weinkenner, Bergsteiger-Know-How, Haarausfall, die besten „Männer Apps" und Oldtimer. Frauen würden das Heft spätestens jetzt aus der Hand legen. Blöd, denn dann verpassen sie die Stories über Jude Law und TV-Star Ian Somerhalder.

Fazit: Ein handwerklich gut gemachtes Heft, das Mode und Männer in jeder bekannten Facette spiegelt. Dieser Schwerpunkt wird bei einer klaren Positionierung im Männermarkt helfen. Für ein Modemagazin ist der Launchzeitpunkt passend zur Herbstsaison und den Modemessen gut gewählt. Wer allerdings lange Lesestrecken, ein außergewöhnliches Konzept, eine überraschende Ansprache oder ganz neue Themenaufbereitungen erwartet, wird von „Instyle Men" enttäuscht sein. se
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