"Innovationsimpuls": Springer weist Multimedia-Reichweite aus

Donnerstag, 11. April 2013
Springer-Vorstand Jan Bayer glaubt an die multimediale Strahlkraft der "Welt"
Springer-Vorstand Jan Bayer glaubt an die multimediale Strahlkraft der "Welt"

Bekanntlich gefällt sich der Verlag Axel Springer in der Rolle des Vorreiters. Bezahlmodelle für Online-Inhalte, eine allumfassende Digitalisierung und jetzt auch noch die dazu passende Kennzahl: Ab sofort weist der Berliner Verlag für die Welt eine sogenannte Multimedia-Reichweite aus, die sich aus den Leistungsdaten der Kanäle Print, Online, Mobile, Tablet- und Smartphone-Apps zusammensetzt. Was kompliziert klingt, geht bei Springer zunächst einfach: Für die neue Kennzahl, die für die Welt auf 1,4 Millionen Nutzer beziffert wird, werden die Daten aus Print und Web addiert. Wie Springer-Vorstand Jan Bayer im Interview mit HORIZONT (Ausgabe 3/2013) bereits im Januar andeutete, hat sich der Verlag nun selbst einen Vorschlag für die Multimedia-Reichweite überlegt. Zunächst als Innovationsimpuls für die aktuelle Debatte, wie Bayer betont: Es ist wichtig, schnell zu Branchenstandards zu kommen. Für die Welt -Nettoreichweite pro Tag addiert Springer nun die Leser pro Ausgabe (Allensbacher Werbeträger-Analyse) zur Zahl der täglichen Nutzer der stationären Webseite (Agof) und den Webtrekk-Daten von Mobile, Tablet- und Smartphone-Apps.

Die sich daraus ergebende Bruttoreichweite bereinigen die Berliner in Zusammenarbeit mit dem Institut für Demoskopie Allensbach um Überschneidungen - Nutzer können schließlich die gedruckte Zeitung am Frühstückstisch lesen und sich außerdem tagsüber auf dem Smartphone einen schnellen Nachrichtenüberblick verschaffen. Vorbild war ein Modell, das unter anderem die Financial Times in Großbritannien einsetzt. Methodische Unterstützung lieferte neben dem Allensbacher Institut auch Pricewaterhouse Coopers.

Der Diskussion darüber, ob Unique Visitors, die ab und zu eine Website besuchen, mit zahlenden Print-Abonnenten verglichen werden können, geht Springer vorerst allerdings aus dem Weg. Man wolle vor allem einen Diskussionsbeitrag in der Debatte mit den Agenturen leisten und die eigene multimediale Strahlkraft deutlich machen. kl
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