„Impulse“: Warum Neuverleger Nikolaus Förster nicht so weitermachen will wie bisher

Donnerstag, 28. Februar 2013
Unternehmerpersönlichkeiten wie Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller...
Unternehmerpersönlichkeiten wie Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller...

Neues Heft, neue Werbekampagne, neue Räume: Wenige Wochen nach dem Management-Buy-out des Chefredakteurs Nikolaus Förster und ersten personellen und strategischen Entscheidungen - Anzeigenpreise nach Firmengröße, Verzicht auf Aboprämien - wagt das frühere G+J-Mittelstandsmagazin „Impulse" nun den Neustart. Jungverleger Förster feierte dies mit 250 geladenen Gästen aus Wirtschaft, Politik, Kultur und Medien in den neuen Redaktionsräumen in Hamburg-Hammerbrook. Und nannte noch ein paar spannende Hintergründe zum Deal. Das Management-Buy-out unterstreiche, „dass wir in Deutschland nach wie vor der Journalismus-Standort Nummer Eins sind", sagt Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz. „Wir wollen den Beweis dafür antreten, dass es in Deutschland nach wie vor einen Markt für unabhängigen Qualitätsjournalismus gibt", so Förster. Und der finanziell überaus potente Minderheitsgesellschafter (zweistelliger Anteil) Dirk Möhrle ergänzt: „Wir sind frei von Medienkonzernen, Banken, Parteien und Verbänden. Und wir sind schuldenfrei. Eine bessere Ausgangsbasis ist kaum vorstellbar." Möhrle war bis 2005 Chef und Miteigentümer der Baumarktkette Max Bahr und ist nun Immobilienunternehmer.

...oder Heraeus-Patriarch Jürgen Heraeus sind Testimonials der "Impulse"-Kampagne
...oder Heraeus-Patriarch Jürgen Heraeus sind Testimonials der "Impulse"-Kampagne
Zuvor hatten Förster und Möhrle im Pressegespräch noch ein paar Details und Einschätzungen verraten. Mit Blick auf seine ersten verlegerischen Entscheidungen, etwa den Verzicht auf Aboprämien („Es ist einer der ganz großen Fehler der Verlage, dass sie ihre Produkte zu lange selbst entwertet haben"), sagt Chefredakteur und Neu-Geschäftsführer Förster: „So weiterzumachen wie bisher, ist ein sicherer Weg, sich zugrunde zu richten."

Bei allem unternehmerischen Risiko sieht er seinen Verlag jedoch auf der sicheren Seite: „Impulse" habe - mit Ausnahme des Krisenjahres 2009 -  auch bei G+J schon immer schwarze Zahlen geschrieben, am Ende dort aber wohl deshalb zur Disposition gestanden, weil sich der Großverlag auf seine großen Titel wie „Stern" und „Brigitte" konzentrieren wollte oder musste. Und auch gerade jetzt, in der neuen Struktur, ohne riesige Overhead-Gemeinkosten und dank neu verhandelter Dienstleister-Verträge, schreibe „Impulse" schwarze Zahlen. „Und ich sorge für Ruhe an der Front der Finanzierung", ergänzt Möhrle.

Und das neue Heft - die März-Ausgabe? Erscheint in dieser Woche mit neuem Papier (besser, dicker), Herstellungsverfahren (Offset statt Tiefdruck), Druckerei (Neef + Stumme statt Prinovis), Ressorts (Ideen, Mehrwert/Geld, Leben/Freizeit), Design und Leserführung (Zusammenfassungen am Ende längerer Texte).

Zeitgleich startet eine Werbekampagne in Print (große Entscheidertitel, kleine Special-Interest-Hobbymagazine, Verbandstitel) und Online. Als Testimonials dienen prominente Unternehmerpersönlichkeiten, etwa Frosta-Chef Felix Ahlers, Heraeus-Patriarch Jürgen Heraeus, Trumpf-Fronfrau Nicola Leibinger-Kammüller sowie Kind-Boss und Hannover-96-Präsident Martin Kind. Allerdings sind ihre markanten Weisheiten in den Motiven scheinbar herausgerissen. Dazu passend der Claim: „Was Unternehmer zu sagen haben, lesen Sie in Impulse." Kreativ verantwortlich ist die Hamburger Agentur Werbewerkstatt. „Es ist erstaunlich, wie schnell wir die Kampagne realisieren konnten", sagt Förster: „Das wäre in einem großen Verlag so nicht möglich gewesen." rp

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