Immer auf Sendung: Wie Eurosport von Olympia profitiert hat

Freitag, 17. August 2012
"Außergewöhnliches Erlebnis": Julien Bergeaud zieht eine positive Olympia-Bilanz
"Außergewöhnliches Erlebnis": Julien Bergeaud zieht eine positive Olympia-Bilanz

420 Stunden Sendezeit, davon 250 Stunden live - die Olympischen Spiele in London waren für Eurosport eine genauso schweißtreibende Angelegenheit wie für die Athleten. Besonders im Netz war der Sender stark präsent. Hat sich der Aufwand gelohnt? Programmdirektor Julien Bergeaud zieht gegenüber HORIZONT.NET Bilanz. Die Ergebnisse könne sich für den Sender durchaus sehen lassen: Insgesamt verfolgten europaweit 106 Millionen Zuschauer die Olympischen Spiele bei Eurosport. "Damit konnten wir unsere durchschnittliche Zuschauerschaft um 80% steigern und erzielten bei den ersten 'digitalen Spielen' neue Mobile- und Online-Nutzerrekorde", erklärt Bergeaud. So besuchten fast 5,6 Millionen Besucher täglich das Portal Eurosport.com, davon griffen 4,4 Millionen vom PC und 1,2 Millionen mobil auf die Inhalte zu, laut Bergeaud eine Steigerung um 36 Prozent gegenüber dem Jahresschnitt. Zudem verzeichnete die Facebook-Seite des Senders 3,5 Millionen Besucher - die zu 98 Prozent positive Rückmeldungen zum Programm gaben.

Was den deutschen Markt angeht, so hatte Eurosport in dieser Olympia-Saison mit ARD und ZDF harte Konkurrenz - vor allem im Web. Die beiden Sendeanstalten hatten mit ihren umfangreichen Streaming-Angeboten im Vorfeld der Spiele den Zorn der Privaten auf sich gezogen. Direkte Vergleiche mit dem Programm eines internationalen Senders wie Eurosport sind zwar gewagt - in Deutschland ist durch die Web-Offensive der Öffentlich-Rechtlichen allerdings eine besondere Konkurrenzsituation entstanden, da Eurosport hierzulande, anders als im Rest von Europa, gratis empfangbar ist. "Wir können aber sicher sagen, dass wir durch die Live-Berichterstattung mit einer internationalen Perspektive auch für die Zuschauer in Deutschland eine interessante Programm-Alternative geboten haben", versichert Bergeaud.

Plus bei der Vermarktung

Obwohl Eurosport durch seine gesamteuropäische Positionierung als Basic-Pay-TV-Sender relative unabhängig von klassischen Vermarktungsfragen ist, spielte die Werbeplatzvergabe im Pay-TV-Entwicklungsland Deutschland eine wichtige Rolle. Auch hier zieht Bergeaud eine positive Bilanz: "Gegenüber den Spielen von Peking 2008 verzeichneten wir ein deutliches Plus." Gründe hierfür seien etwa die langjährige Zusammenarbeit mit den gleichen Werbepartnern und -Vermarktern sowie nicht zuletzt der Austragungsort der Spiele, der "Zuschauer und Kunden von der Eröffnungsfeier an in seinen Bann gezogen und begeistert" habe.

Nicht zuletzt sind die Olympischen Spiele Experimentierfläche für Neuerungen in der Technik. So etablierte Eurosport in Großbritannien einen eigenen 3D-Sender, der über die Plattformen Sky 3D und Virgin Media verbreitet wurde. Zudem wurden große Events wie Leichtahletik und Schwimmen zusätzlich in 3D aufbereitet und komplementär zum normalen TV-Angebot ausgestrahlt. Und schon jetzt denkt man bei Eurosport über die Technologien der nächsten Spiele nacht - wie Super Hi Vision. "Diese neue japanische Technologie wurde während der Eröffnungsfeier und der Schwimmfinals getestet, und glauben Sie mir", schwärmt Bergeaud, "das Seh-Erlebnis ist einfach unglaublich." ire
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