IVW-Statistik: Wirtschaftswoche trotzt im 4. Quartal dem Abwärtstrend

Dienstag, 16. Januar 2001

Die Auflagen der etablierten Publikumszeitschriften tendieren im 4. Quartal 2000 uneinheitlich. Fast zwei Drittel der Titel verzeichnen Auflagenrückgänge. Insgesamt jedoch zeigt die Gesamtauflage gegenüber dem 4. Quartal 1999 mit einem hauchdünnen Minus von 0,4 Prozent ein relativ stabiles Niveau. Für frischen Schwung am Kiosk sorgten vor allem die 38 Newcomer, von denen pro Erscheinungsintervall insgesamt 5,4 Millionen Exemplare verkauft wurden. Dank des Gründungsbooms im Zeitschriftensegment erreicht die durchschnittliche Gesamtauflage aller Publikumszeitschriften 125,3 Millionen Exemplare, was den Verlagen doch noch einen Zuwachs von 4,1 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres beschert.

Ein Doppelleben führen die großen Wirtschaftsmagazine. Während das Anzeigengeschäft brummt, geht die Nachfrage am Kiosk zum großen Teil zurück. So kommen "Capital", das im Gegensatz zum Vorjahresquartal 14-täglich erscheint, 16,3 Prozent der Käufer abhanden, die Auflage sinkt auf 228.315 Exemplare. Auch die anderen Klassiker verloren an Boden, Ausnahme bleibt die "Wirtschaftswoche", die mit einem Auflagengewinn von 2,6 Prozent 187.260 Exemplare verkauft. Die Anlegertitel bleiben im Vorjahresvergleich im Plus, auch wenn im Laufe des Jahres die Auflagen zusammen mit Dax und Nemax nach unten rutschen.

Dem Trend trotzen hingegen die Neulinge "Focus-Money" und "Telebörse", die 148.934 beziehungsweise 127.357 Exemplare verkaufen. Auflagenflaute herrscht bei den großen Magazinen, wie die HORIZONT-Newsline bereits am Freitag berichtete. Der "Stern" verbucht einen marginalen Zuwachs von 0,1 Prozent auf 1,08 Millionen Exemplare, während die Nachrichtenmagazine mit Rückgängen zu kämpfen haben: Beim "Spiegel" sinkt die Durchschnittsauflage um ein Prozent auf 1,01 Millionen Exemplare, bei "Focus" beträgt das Minus 4,1 Prozent, die Auflage sinkt auf 733.830 Exemplare. Endgültig vorbei ist der Auflagenhöhenflug der Computertitel, die in ihrer Gesamtheit 6,4 Prozent an Auflage abgeben müssen. Vor allem die Spieletitel verlieren bis zu 50 Prozent ihrer Auflagen.
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