IVW-Sonderauswertung: Auflage aller Printgattungen sinkt / Fachpresse verliert am stärksten

Mittwoch, 21. Juli 2010
Die durchschnittlich verkaufte Auflage der Publikumszeitschriften lag bei 112,7 Millionen Exemplaren
Die durchschnittlich verkaufte Auflage der Publikumszeitschriften lag bei 112,7 Millionen Exemplaren
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Printgattung Pressegattung Kontrollverfahren Fachpresse


Im 2. Quartal 2010 sinkt die verkaufte Auflage im Vergleich zum Vorjahr bei allen Pressegattungen. Eine Ausnahme stellen lediglich die Wochenzeitungen dar, bei denen die Zugewinne laut IVW jedoch vollständig auf die Aufnahme eines neuen Titels in das Kontrollverfahren zurückzuführen sind. Die größten Verluste müssen die Fachzeitschriften hinnehmen. Dies geht aus der IVW-Auswertung für die verschiedenen Printkategorien hervor. Von den deutschen Tageszeitungen wurden einschließlich der Sonntagsausgaben und aktuellen Sonntagszeitungen durchschnittlich pro Erscheinungstag 22,8 Millionen Exemplare verkauft. Gegenüber dem Vergleichszeitraum 2009 entspricht dies einem Minus von rund 2,9 Prozent. Besonders stark waren die Verluste im Einzelverkauf. Hier beträgt das Minus 5,6 Prozent. Bei den Bordexemplaren legten die Tageszeitungen dagegen um 0,7 Prozent zu.

Für die Titel der Wochenpresse sind die Gesamtauflagen weitgehend stabil. Die Wochenzeitungen verbuchen nunmehr je Ausgabe eine durchschnittlich verkaufte Auflage von insgesamt rund 1,96 Millionen Exemplaren. Der Zugewinn gegenüber dem Vorjahr von 1,7 Prozent ist jedoch darauf zurückzuführen, dass seit Jahresbeginn ein neuer Titel ("Europa Ekspress") in dem Kontrollverfahren berücksichtigt wird.

Die im Quartalsdurchschnitt verkaufte Auflage der Publikumszeitschriften liegt im zurückliegenden Quartal bei insgesamt 112,7 Millionen Exemplaren. Gegenüber dem Vorjahresquartal hält sich die Gattung mit einem leichten Verlust von knapp 1 Prozent nahezu stabil. Besonders konnte das Segment von den Kioskverkäufen profitieren, die um 2,6 Prozent gestiegen sind. Neu im IVW-Kontrollverfahren ist eine Reihe von Frauenzeitschriften mit einem Copypreis unter 1 Euro ("Aktuell für die Frau", "Extra für die Frau", "Neues für die Frau", "Pause für mich", "Zeit für mich"). Diese Titel tragen mit rund 580.000 am Kiosk abgesetzten Exemplaren zu den Gesamtverkäufen der Publikumspresse bei.

Besonders hart hat es die Fachpresse getroffen. Hier schrumpfte die verkaufte Auflage um ganze 10 Prozent auf rund 12 Millionen Exemplare. Auch die Abonnements gingen mit 9,7 Prozent deutlich zurück. Die Zahl der Bordexemplare wuchs hingegen um 4 Prozent.

Die Kundenzeitschriften verkauften 3,6 Prozent weniger Exemplare und kommen damit nur noch auf 42,3 Millionen Hefte. Die Abo-Auflage sank sogar um 31 Prozent. bn
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