IVW-Online: Neues Zählverfahren sorgt für starke Verluste bei den Visits

Mittwoch, 06. Februar 2002

"Das ist noch heftiger als erwartet", kommentiert Wolfgang Neuber, Chef der IVW Online, die Reichweitenzahlen für Januar. In der Tat: Die durch das neue Messverfahren bedingten Einbrüche bei den Visits übertreffen die Prognosen: Obwohl beispielsweise Marktführer RTL.de bei den Page- Impressions im Januar um knapp 20 Prozent zulegen konnte, fiel die Zahl der Visits um satte 65 Prozent.

RTL.de ist kein Einzelfall: Die Mehrheit der Onlineangebote muss durch die Einführung des neuen IVW-Zählsystems ab sofort mit Visit-Zahlen leben, die bei gleicher Nutzung deutlich niedriger ausfallen als bislang. "Etwa zwei Drittel der Angebote sind davon betroffen", so Neuber.

Der Grund: Das neue Verfahren misst die Visits genauer, während diese früher mehr oder weniger in fester Relation zu den Page-Impressions ermittelt wurden. Ein Nutzer erzeugte beispielsweise mit 25 Klicks auf einer Website automatisch einen Visit - bei klickintensiven Websites kommt da schnell einiges zusammen.

Diese sind tatsächlich stärker betroffen: Praline Interaktiv und Coupé Online beispielsweise, die mit vielen Fotos schnelle Klicks erzeugen, büßen deutlich an Visits ein (siehe Tabelle). Auch Website-Anbieter mit vielen interaktiven Elementen wie Online-Games erleben überdurchschnittliche Einbrüche - neben RTL.de etwa auch Sat1Online und Tvmovie.de. Vergleichsweise wenig gibt dagegen ein textlastigeres Angebot wie Spiegel Online nach.

Im Gegensatz zu den Visits nehmen sich die PIs im Januar äußerst positiv aus. Marktführer RTL.de legt mit knapp 250 Millionen PIs gar einen neuen Rekord hin. Dies resultiert allerdings vor allem aus der Erholung nach dem Wintereinbruch - lediglich rund 6 Prozent Zuwachs könnten aus technischen Gründen auf das neue Messverfahren zurückzuführen sein.

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