IVW II/2011: Technikmagazine befinden sich im freien Fall

Donnerstag, 14. Juli 2011
Die Auflage von "Computer Bild" bricht um über 100.000 Stück ein
Die Auflage von "Computer Bild" bricht um über 100.000 Stück ein

Der Zeitschriftenmarkt steht weiter unter Druck. Vor allem wöchentliche Frauenzeitschriften, Jugendmagazine und Techniktitel mussten im 2. Quartal des Jahres teilweise Einbrüche im zweistelligen Prozentbereich verkraften. Das geht aus den aktuellen Auflagenzahlen der IVW für das 2. Quartal 2011 hervor. Vor allem technikaffine Zielgruppen kehren den gedruckten Zeitschriften in Scharen den Rücken: Im Segment der Video- und Fotozeitschriften sacken die Auflagen im Schnitt um 18 Prozent ab. In ähnlichem Umfang verlieren die IT- und Telekommunikationstitel: Hier steht unter dem Strich ein Minus von 16 Prozent bei der verkauften Auflage. Besonders hart getroffen hat es die Zeitschriften aus der Bild-Familie: Die verkaufte Auflage des Flaggschiffs "Computer Bild" geht im Vergleich zum Vorjahresquartal um über 100.000 Exemplare beziehungsweise 16 Prozent zurück auf 534.000 Stück. Noch dramatischer sind die Verluste des Ablegers "Computer Bild Spiele", dessen Auflage um 36 Prozent abstürzt. Ähnlich ergeht es "Audio Video Foto Bild": Die verkaufte Auflage bricht um 35 Prozent auf 113.000 Exemplare ein. Nicht viel besser ergeht es den IT-Dickschiffen "Chip" (minus 18 Prozent) und "PC Welt" (minus 17 Prozent).

Auch bei den wöchentlichen Frauenzeitschriften gibt es fast nur Verlierer: Nur "Das Neue", "Schöne Woche", "Woche Heute" und "Lea" könne ihre verkaufte Auflage halten oder leicht ausbauen. Bei allen anderen Zeitschriften ist die verkaufte Auflage rückläufig. Die größten absolten Verluste müssen die großen Yellows "Freizeit Revue" (minus 63.000), "Das Neue Blatt" (minus 48.000) und "Neue Woche" (minus 39.000) hinnehmen. Etwas besser scheiden die 14-täglichen Titel ab, die ihre Auflagen weitgehend halten können. Burdas "Freundin" kann sogar leicht zulegen.

Bei den aktuellen Zeitschriften und Magazinen kann der "Focus" den positiven Trend aus dem 1. Quartal bestätigen: Bei einem ganz kleinen Plus erreicht das Magazin im 2. Quartal eine verkaufte Auflage von 579.000 Exemplaren. Burda betont, dass das Magazin vor allem am Kiosk wieder punkten kann: Der Einzelverkauf ist um 2,7 Prozent gestiegen. Die verkaufte Auflage des "Spiegel" sinkt dagegen um 3 Prozent auf 952.000 Stück, der "Stern" gibt um 4 Prozent auf 852.000 Exemplare nach. Der Schwestertitel "View" gehört mit einem Plus von 15 Prozent auf 126.000 verkaufte Exemplare zu den wenigen Gewinnern im Segment der aktuellen Magazine. Steil abwärts geht es für "OK!": Das People-Magazin büßt mit über 50.000 Exemplaren rund ein Viertel seiner verkauften Auflage ein. dh
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