IVW II/2010: Landlust gewinnt, TV Spielfilm verliert / Spiegel rutscht unter die Millionen-Grenze

Mittwoch, 14. Juli 2010
Die TV-Spielfilm-Kombi verliert an Auflage
Die TV-Spielfilm-Kombi verliert an Auflage

An der Spitze nichts Neues - vermutlich zur großen Freude von „Landlust". Der Titel aus dem Landwirtschaftsverlag räumt nicht nur bei der AWA als Reichweitengewinner ab, sondern führt - wie auch schon im 1. Quartal - das Ranking der Auflagengewinner im 2. Quartal an. Um 52 Prozent verbesserte sich der Titel und kommt auf insgesamt 705.430 verkaufte Hefte. Unter den Aufsteigern sind auch, gerankt nach absoluten Zuwächsen, eine Reihe Programmzeitschriften, darunter „TV 14" (plus 6 Prozent), „TV für mich" (plus 35 Prozent) und „TV Direkt" (plus 5 Prozent).

Doch nicht alle Programmies können ein Siegerlächeln tragen, auch unter den Verlierern finden sich eine Reihe großer Programmzeitschriften: Etwa die TV-Zeitschrift der VG Milchstrasse (Burda) „TV Spielfilm plus" (minus 9 Prozent) und „TV Movie" von Bauer Media mit minus 5 Prozent. "TV Spielfilm plus" führt den Rückgang primär auf die Reduzierung der Sonstigen Verkäufe um rund 45 Prozent zurück.

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Unter den großen aktuellen Magazinen gibt es nun keinen Millionen-Seller mehr. "Der Spiegel" verkauft 44.682 Hefte weniger als im Vorjahresquartal, kommt auf 984.876 verkaufte Hefte und rutscht damit erstmals unter die magische Marke. "Der Rückgang der Gesamtauflage lässt sich damit erklären, dass wir unsere Auflage in den Sparten Bordauflage, Lesezirkel und Sonstige Verkäufe um circa 33.000 Exemplare im Vergleich zum Vorjahr reduziert haben", heißt es beim Spiegel-Verlag. Bereits Anfang Juni hatten die "Spiegel"-Chefredakteure im HORIZONT-Interview den wahrscheinlichen Fall der Milliongrenze eingeräumt.

Im Vergleich zur Konkurrenz sind die Verluste (minus 4,3 Prozent) dennoch überschaubar: "Focus" verliert - trotz Relaunch - 12 Prozent und kommt auf 576.268 verkaufte Hefte. Der Großteil der Verluste - 70.000 Exemplare - geht dabei laut "Focus" auf die Reduzierung unrentabler Abos zurück. G+Js „Stern" kommt bei minus 8 Prozent noch auf 884.442 verkaufte Exemplare. Ein Blick auf die Entwicklung der Einzel- und Aboverkäufe, die noch nicht ausgewiesen sind, wäre hier hilfreich, um ein komplettes Bild zu erhalten.

Welche Trends zeichnen sich in den übrigen Segmenten ab? In der Young People-Ecke, traditionell ein Aufsteiger-Segment, wird die Luft dünner: Hier triumphieren noch „Life & Style" (plus 4 Prozent) und „OK" (plus 2 Prozent). Abgeschlagen dagegen sind „In das Star und Style Magazin" (minus 4 Prozent) und „Intouch" (minus 14 Prozent). Der Klassiker „Bunte" ist stabil (minus 0,5 Prozent) und „Gala" verliert leicht (minus 5 Prozent).


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Abgeschwächt hat sich auch der monatelange Boom bei den Wissensmagazinen. Die Mehrzahl der Titel verliert, unter der Handvoll Gewinner können einzig die Macher von „Welt der Wunder" mit 18.176 zusätzlich verkauften Heften wirklich zufrieden sein.

Bei den Frauenzeitschriften steht es 1:0 für die Monatlichen. Vor allem dank Titeln wie „Glamour" (plus 46.469 verkaufte Hefte / plus 9,4 Prozent) und „Jolie" (plus 28.420 / plus 8,3 Prozent), aber auch „Welt der Frau" und „Brigitte Woman" steht das Segment mit 1,6 Prozent im Plus. Das Nachsehen haben die 14-täglichen: Alle drei Wettbewerber „Brigitte", „Freundin" und „Für Sie" verlieren einstellig.

Das Interesse an gedruckten Wirtschaftsnews ist offenbar geringer geworden. Diverse große Kaufzeitschriften in diesem Segment büßen gegenüber dem Vorjahresquartal Käufer ein, darunter das „Manager Magazin" (minus 14 Prozent), „Euro" (minus 11), „Capital" (minus 6) und „Wirtschaftswoche" (minus 4).

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Insgesamt leiden im 2. Quartal vor allem kleinere Segmente. Zweistellig prozentual verlieren Do-it-yourself-Zeitschriften (minus 16,8 Prozent) und Reisemagazine (minus 10,3 Prozent). Auffällig auch: G+Js Special-Interest-Titel „Dogs" verkauft 32.219 Hefte weniger und verliert damit rund ein Drittel (36,3 Prozent) seiner Auflage. Ähnlich schlecht ergeht es dem neu ausgerichteten Frauenmagazin „Emotion", das 45.389 Hefte weniger verkauft (minus 45 Prozent).

Das sich in Auf- und Abschwüngen entwickelnde Jugendsegment dagegen hat diesmal ein Hoch: Es legt zweistellig prozentual zu (16,9 Prozent) - die meisten Zusatzkäufer gehen dabei auf das Konto von „Popcorn" mit 44.335 mehr verkauften Heften (plus 21,9 Prozent). se
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