IVW I/2010: Rückgang für alle Printgattungen im Jahresvergleich

Mittwoch, 21. April 2010
Die Publikumszeitschriften verkaufen sich am Kiosk besser
Die Publikumszeitschriften verkaufen sich am Kiosk besser

Die Bilanz der deutschen Verlage für das 1. Quartal 2010 ist durchwachsen. Zwar konnten im Vergleich zum Vorquartal die Publikumspresse, die Kundenzeitschriften und die Wochenzeitungen ihre Gesamtverkäufe steigern. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum müssen jedoch alle Pressegattungen Rückgänge bei der verkauften Gesamtauflage einstecken. Dies gibt die IVW in ihrer Auswertung für die verschiedenen Printkategorien bekannt. Die Publikumszeitschriften haben pro Ausgabe im Durchschnitt rund 114,6 Millionen Exemplare verkauft. Gegenüber dem Vorquartal sind das 0,8 Prozent mehr. Dieser Anstieg resultiert allein aus den Verkäufen am Kiosk. So registrierte die IVW insgesamt 46 Millionen Einzelverkäufe, was gegenüber dem 4. Quartal 2009 eine Steigerung von 4,6 Prozent bedeutet. Hierzu steuern die fünf neuen Titel "Auto Bild Klassik", "Freizeit Krone", "Freizeit Monat", "Land Idee" und "Twist" im Quartalsdurchschnitt jeweils über 100.000 am Kiosk verkaufte Exemplare bei. Die Abonnement-Auflage der Publikumspresse ist mit aktuell insgesamt 50,80 Millionen Exemplaren gegenüber dem Vorquartal erneut nahezu unverändert. Der Vergleich zum Vorjahresquartal fällt hingegen schlechter aus. Die verkaufte Auflage sinkt um 2 Prozent, die Zahl der Abos fällt um 0,86 Prozent.

Die Tageszeitungen haben im 1. Quartal pro Erscheinungstag durchschnittlich 22,7 Millionen Exemplare verkauft. Gegenüber dem Vorquartal ist das ein Minus von 0,55 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang von 2,7 Prozent. Besonders deutlich zeigt sich der Abwärtstrend im Einzelverkauf. Hier erzielte die Gattung nur eine Auflage von 6,5 Millionen Stück. Die Differenz zum Vorjahr beträgt minus 5,5 Prozent.

Nach wiederholt gesunkenem Gesamtergebnis verzeichnen die wöchentlich erscheinenden Zeitungen im zurückliegenden Quartal einen Anstieg ihrer Gesamtverkäufe auf 1,97 Millionen Exemplare (4/2009: 1,9 Millionen Stück). Dieser Zugewinn ist jedoch vollständig auf den Titel "Europa Ekspress" zurückzuführen, den die IVW jüngst in ihr Kontrollverfahren aufgenommen hat und der im 1. Quartal 2010 mit rund 73.500 Exemplaren (davon knapp 62.000 Stück im Abonnement) zu den Gesamtverkäufen der Wochenzeitungen beiträgt.

Die verkaufte Gesamtauflage der Fachpresse hat sich zum Jahresbeginn weitgehend stabilisiert. In dieser Printgattung wurden durchschnittlich 12,2 Millionen Stück und damit nur noch 0,53 Prozent weniger Exemplare als im Vorquartal verkauft. Gegenüber dem Vorjahr beträgt das Minus jedoch 9 Prozent. Stark zulegen konnten die Fachzeitschriften im Einzelverkauf. Die Verkäufe am Kiosk sind im Vergleich zum 4. Quartal 2009 um ganze 13,5 Prozent auf durchschnittlich 164.000 Stück nach oben geklettert. Auch bei der Zahl der Bordexemplare registriert die IVW einen großen Sprung von 17 Prozent.

In der Kategorie Kundenzeitschriften sieht die Bilanz für das 1. Quartal 2010 im Verhältnis zum Vorquartal recht positiv aus. Verbreitung (56,6 Millionen Stück) und Verkauf (43,8 Millionen Stück) sind jeweils leicht um mehr als ein Prozent gestiegen. bn
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