IVW: "Focus" legt erneut zu, "Spiegel" verliert weiter / IT-Magazine brechen ein

Montag, 16. Januar 2012
Mit Nutzwert zum Erfolg: Der "Focus" konnte vor allem am Kiosk punkten
Mit Nutzwert zum Erfolg: Der "Focus" konnte vor allem am Kiosk punkten

Hubert Burda Media kann für den "Focus" erneut gute Botschaften verkünden. Der Rückgang der verkauften Auflage des "Spiegel" hat sich im 4. Quartal nach den Zahlen der IVW dagegen beschleunigt. Auch der "Stern" befindet sich unverändert im Sinkflug. Besorgniserregend ist der anhaltende Einbruch der Auflagenzahlen bei den IT-Zeitschriften. "Focus" konnte erneut vor allem am Kiosk punkten: Die verkaufte Auflage stieg im 4. Quartal 2011 um 1,3 Prozent auf 557.796 Exemplare. Laut Verlag hat dazu vor allem der Einzelverkauf beigetragen. Zum fünften Mal in Folge konnte das Magazin am Kiosk zulegen: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gingen 108.271 Exemplare mehr über die Ladentheke, ein Plus von 8,3 Prozent. Bereits im vorangegangenen Quartal konnte das Magazin vor allem im Einzelverkauf punkten, während die Zahl der Abonnenten weiter rückläufig war. Die detaillierten Zahlen werden von der IVW am 20. Januar veröffentlicht.

Beim "Spiegel" hat sich der Auflagenrückgang im 4. Quartal 2011 dagegen weiter beschleunigt. Die verkaufte Auflage des Nachrichtenmagazins sank um 4,8 Prozent auf 927.561 Exemplare. Auch das Gruner+Jahr-Dickschiff "Stern" muss mit weiter sinkenden Verkaufszahlen leben: Die Auflage ging um 6,9 Prozent auf 816.961 Exemplare zurück. Leicht zulegen konnte das Politik-Magazin "Cicero", das auf eine verkaufte Auflage von 83.118 Exemplaren kommt.

Weiterhin im freien Fall befindet sich die Mehrzahl der IT- und Telekommunikationsmagazine. Das Segment rutscht insgesamt um 11,3 Prozent ab. "Chip" verliert trotz Relaunch weitere 23 Prozent seiner verkauften Auflage und kommt noch auf 254.022 Stück, "Computer Bild" kann sich bei einem Minus von 15,3 Prozent auf 502.420 Exemplaren nur knapp über der Marke von 500.000 Exemplaren halten. Heftig abwärts geht es auch für "PC Welt" (-21,4 Prozent auf 248.038 Exemplare), "PC Praxis" (-19,6 Prozent auf 74.697 Exemplare) und das "PC Magazin" (-17,7 Prozent auf 123.055 Stück). Gegen den tredn zulegen konnten allein "Game Star" mit einem Plus von 2 Prozent und "Mac Welt" mit einem Zuwachs von 10,8 Prozent - allerdings auf einem vergleichsweise bescheidenen Niveau von 36.202 Exemplaren. 

Ein reges Auf und Ab gibt es auch bei den Programmzeitschriften: Sowohl der größte Gewinner als auch der größte Verlierer kommt aus dem Segment der 14-täglichen Programmies: "TV Digital" legt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 121.597 Exemplare zu. Zu den großen Gewinnern gehören auch "TV für mich" (+34.400) und "TV Pur" (+21.848). Die einstigen Auflagenstars "TV Spielfilm" (-102.026) und "TV Movie" (-96.344) verlieren dagegen weiter an Boden - wenngleich auf nach wie vor hohem Niveau.

Es gibt aber auch noch Erfolgsgeschichten: "Landlust" setzt seinen Siegeszug fort und schraubt seine Auflage um weitere 12 Prozent nach oben. Damit nähert sich das Magazin aus dem mittelständischen Landwirtschaftsverlag in Münster mit 886.355 verkauften Exemplaren der Marke von 900.000 Heften. Im Kielwasser des Pioniers schwimmt auch "Landidee" munter auf der Erfolgswelle mit: Mit einem Plus von 19 Prozent bzw. 34.045 Exemplaren gehört das Magazin aus dem Münchner Christian Verlag ebenfalls zu den großen Gewinnern. Positiv fällt außerdem ins Auge, dass auch einige klassische Printmarken deutlich zulegen konnten: Dazu gehören unter anderem "Essen & Trinken für jeden Tag" bzw. "Essen & Trinken" (+28.944 bzw. +28.217), der "Playboy" (+10.295), "Cosmopolitan" (+9.855) oder "GQ" mit einem Plus von
9.181 Exemplaren.

Zu den Auflagenzahlen der überregionalen Tageszeitungen
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