IVW: "FTD" und "Handelsblatt" müssen besonders starke Einbußen hinnehmen

Dienstag, 20. April 2010
"Handelsblatt"-Chefredakteur Gabor Steingart
"Handelsblatt"-Chefredakteur Gabor Steingart

Im Segment der überregionalen Tageszeitungen müssen nahezu alle Titel Rückschläge einstecken. Besonders deutliche Verluste verbuchen die Wirtschaftstitel. Dies geht aus den Detailauflagen für das 1. Quartal 2010 hevor, die die IVW heute veröffentlicht. Demnach sinkt in der harten Währung Einzelverkauf die Auflage des "Handelsblatt" auf rund 7400 Stück, was gegenüber dem Vorjahresquartal einem Minus von knapp 13,3 Prozent entspricht. Die Zahl der Abonnements fällt um 7,8 Prozent auf rund 82.000 Exemplare. Der Relaunch des Wirtschaftsblattes Anfang November 2009 hat also bisher nicht die große Trendwende eingeläutet. Der neue Chefredakteur Gabor Steingart, der am 5. April angetreten ist, hat ein hartes Stück Arbeit vor sich. Noch schlechter fällt das 1. Quartal 2010 für den Rivalen "Financial Times Deutschland" aus. Im Einzelverkauf muss der Titel ein Minus von fast 16 Prozent verkraften (EV: 4.000 Stück) und bei den Abos einen Rückgang von nahezu 8 Prozent (Abos: 49.000 Stück). Zu den Verlierern zählt dieses Mal auch Axel Springers Tageszeitung "Welt". Im Einzelverkauf schrumpft die Auflage um 14,8 Prozent auf 39.800 Stück, bei den Abos geht es um 3,1 Prozent auf 121.000 Stück abwärts.

Die einzigen beiden überregionalen Titel, die in den harten Auflagenkategorien ein Plus vermelden können, ist die "Süddeutsche Zeitung" und Axel Springers "Bild". Das Boulevardblatt steigert die Abozahl um ganze 42 Prozent auf 35.000 Exemplare. Demgegenüber steht ein leichter Rückgang bei den Einzelverkäufen von knapp 5 Prozent auf 2,9 Millionen Stück. Die "Süddeutsche" gewinn bei den Einzelverkäufen 4 Prozent (EV: 69.454 Stück). Bei den Abos ist der Wert mit 310.000 Exemplaren nahezu stabil auf Vorjahresniveau.

Bei den Bordexemplaren hat vor allem die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" aufgestockt: plus 12,3 Prozent. Einen deutlichen Zuwachs von knapp 10 Prozent registriert die IVW bei der "Frankfurter Rundschau". bn
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