IVW: Einzelverkäufe von "Spiegel", "Stern" und "Focus" brechen ein

Freitag, 13. Juli 2012
Die großen Magazine müssen am Kiosk herbe Verluste einstecken
Die großen Magazine müssen am Kiosk herbe Verluste einstecken


Zufall der Zahlen - oder: Der Sinkflug geht weiter. Die verkauften Auflagen der Nachrichtenmagazine "Spiegel", "Stern" und "Focus" sanken im 2. Quartal 2012 im Vergleich zum Vorjahresquartal um fast dieselbe Rate - nämlich um 4,7 bis 4,8 Prozent. Dies erfuhr HORIZONT.NET aus Verlagskreisen. Offiziell gibt die Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) die Gesamtzahlen am Montag bekannt, die detaillierten Werte folgen erst am kommenden Freitag. Den Informationen zufolge verkaufte der "Spiegel" im vergangenen Quartal im Durchschnitt rund 907.000 Hefte, davon etwa 439.000 über Abo (minus 3,9 Prozent gegenüber 2011) und rund 297.000 Stück im Einzelverkauf - das sind herbe 9,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Gruner + Jahrs "Stern" verkaufte ungefähr 812.000 Hefte, davon 254.000 Stück im Festbezug (minus 6,9 Prozent) und etwa 245.000 via Kiosk - das sind bittere 13,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Burdas "Focus" verkaufte insgesamt rund 550.000 Hefte, davon ungefähr 211.000 im Abo (minus 3,6 Prozent) und rund 110.000 im Einzelverkauf - das ist ein Minus von 9,1 Prozent. Einzig die "Zeit" kann ihre Auflagen-Flughöhe halten (rund 504.000 Exemplare), bei leicht sinkendem Einzelverkauf und steigenden Abos.

Das aktuell betrachtete 2. Quartal ist ein besonderes: Zum ersten Mal weist die IVW unter anderem in den Sparten Gesamtverkauf, Abo und Einzelverkauf getrennt die Verkäufe der PDF-Ausgaben aus – sofern diese unverändert den Inhalt des jeweiligen Print-Heftes wiedergeben. Ohne interaktive Spielereien, ohne Aktualisierungen – und mit allen Anzeigen.

Diese Form des elektronischen Publizierens verliert allerdings eher an Bedeutung für Magazine, im Gegensatz zu dynamischen E-Papers und Apps. Doch diese werden von der IVW (noch) nicht akzeptiert. Die meisten großen Publikumsverlage, unter anderem „Spiegel“, „Stern“ und „Focus“, haben daher nach HORIZONT-Informationen ihre einfachen PDF-Ausgaben – sofern überhaupt vorhanden und noch von Bedeutung – bisher gar nicht bei der IVW angemeldet. Bei den Tageszeitungen hingegen dürfte das anders aussehen; hier spielen PDF-Ausgaben eine größere Rolle. rp
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