IVW: Einzelverkäufe der Tageszeitungen sinken dramatisch

Mittwoch, 20. Oktober 2010
Die "Tageszeitung" verliert im Einzelverkauf 25 Prozent
Die "Tageszeitung" verliert im Einzelverkauf 25 Prozent

Im Segment der überregionalen Tageszeitungen performen im 3. Quartal 2010 alle Titel schlecht am Kiosk. Dies geht aus den Detailauflagen hervor, die die IVW heute veröffentlicht. Demnach sinkt in der harten Währung Einzelverkauf die Auflage bei allen Angeboten deutlich. Besonders hart trifft es "Die Tageszeitung", die im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen drastischen Rückgang von fast 25 Prozent hinnehmen muss und damit nur noch auf 5700 Exemplare kommt. Ebenfalls herbe Einbußen im Einzelverkauf verbucht das "Handelsblatt". Die Wirtschaftstageszeitung verliert 24 Prozent und kommt damit auf eine Auflage von 5.200 Heften. Auch die Zahl der Abonnements sinkt bei dem Titel aus der Düsseldorfer Verlagsgruppe Handelsblatt, wenn auch mit knapp 4 Prozent nicht ganz so stark. In dieser Kategorie beträgt die Auflage rund 79.000 Exemplare. Offenbar trägt der Umbau des Titels durch Gabor Steingart, der im April den Posten des Chefredakteurs übernommen hat, noch keine Früchte. Einen deutlichen Anstieg lässt sich beim "Handelsblatt" dagegen bei den Bordexemplaren beobachten (plus 9 Prozent) sowie im sonstigen Verkauf (plus 18,8 Prozent).

Beim direkten Wettbewerber "Financial Times Deutschland" fällt die Bilanz des 3. Quartals ebenfalls negativ aus. Die Zahl der Abos fällt um fast 4 Prozent auf 49.000 Hefte und die Kioskverkäufe gehen um ganze 11 Prozent auf knapp 4000 Exemplare zurück. Wie der Konkurrent "Handelsblatt" erhöht auch die "FTD" die Zahl der Bordexemplare (plus 2,1 Prozent) und der sonstige Verkauf steigt um 8 Prozent.

Die "Süddeutsche Zeitung" und "Frankfurter Allgemeine Zeitung" erweisen sich in der Auflagenstatistik als etwas stabiler. Beide verlieren im Vorjahresvergleich nur wenige Prozent bei den Abos und im Einzelverkauf. Das Minus bei den Axel-Springer-Titeln "Welt" und "Welt Kompakt", die zusammen ausgewiesen werden", fällt dagegen deutlicher aus. Die Zahl der Abos schrumpft um 2,5 Prozent (Auflage: 116.600 Exemplare) und im Einzelverkauf schmilzt die Auflage um fast 20 Prozent (41.500 Exemplare). bn

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