IVW: Bordexemplare verhindern Absturz bei der "FTD"

Freitag, 20. April 2012
Die Tageszeitungen müssen weiter um jeden Leser kämpfen (Bild: Svort - Fotolia.com)
Die Tageszeitungen müssen weiter um jeden Leser kämpfen (Bild: Svort - Fotolia.com)


Die meisten überregionalen Tageszeitungen müssen weiterhin mit sinkenden Auflagen leben. Deutlich abwärts ging es erneut für die "Bild", "BamS" und die "Frankfurter Rundschau". Die "Financial Times Deutschland" und "Die Welt" konnten nur durch eine Steigerung der Bordexemplare Schlimmeres verhindern. Erfolgreich gegen Trend stemmte sich im 1. Quartal 2012 erneut das "Handelsblatt". Das zeigt der Blick auf die detaillierten Auflagenzahlen der IVW. Mit einem Minus von 10 Prozent ging es für die "Bild am Sonntag" im Vergleich zum Vorjahreszeitraum am deutlichsten abwärts. In der für die "BamS wichtigsten Kategorie Einzelverkauf weist die IVW ein Minus von 10,2 Prozent aus. Auch die "Bild" bleibt immer öfter am Kiosk liegen: Im Einzelverkauf ging das Boulevardblatt 2.584.171 mal über die Ladentheke - ein Minus von 7 Prozent.

Bei den großen Qualitätszeitungen setzt sich der langsame Sinkflug weiter fort - mit einer Ausnahme: Das "Handelsblatt" konnte die Zahl der Abos um 2,8 Prozent steigern - durch ein Minus im Einzelverkauf und bei den Bordexemplaren sank die verkaufte Auflage unterm Strich dennoch geringfügig um 0,1 Prozent auf 136.687 Exemplare.

Die "Financial Times Deutschland" musste sich dagegen von 7,13 Prozent seiner Abonnenten verabschieden. Nur eine Aufstockung der Bordexemplare um fast 12 Prozent auf 43.162 Stück verhinderte, dass die verkaufte Auflage auf unter 100.000 Exemplare abrutschte. Unter dem Strich steht somit ein schmeichelhaftes Mini-Minus von 0,52 Prozent auf 100.393 Exemplare.

Auch "Die Welt" hat mit Bordexemplaren Auflagenkosmetik betrieben: Während die Zahlen in den wichtigen Kategorien Abonnement und Einzelverkauf hier mit 4,1 bzw. 6,3 Prozent im Minus liegen, wurden die Zahl der Bordexemplare um 7,6 Prozent nach oben geschraubt - insgesamt weist die IVW so nur ein kleines Minus von 0,54 Prozent aus.

Licht und Schatten gibt es bei der "Süddeutschen Zeitung": Während die Münchner Tageszeitung am Kiosk sogar etwas häufiger wegging als im Vorjahreszeitraum (plus 0,23 Prozent), drückt der Rückgang von 2,5 Prozent bei den Abos die verkaufte Auflage insgesamt mit 1,2 Prozent ins Minus. Die "Frankfurter Allgemeine" liegt im Einzelverkauf mit 4,4 Prozent im Minus, bei den Abos ging es um 2,1 Prozent abwärts.

Positive Nachrichten kann erneut "Die Zeit" verkünden: 332.789 Exemplare wurden an Abonnenten verschickt (plus 3 Prozent), am Kiosk wurden allerdings etwa 10.000 Exemplare weniger verkauft als vor Jahresfrist. Unter dem Strich bleibt der "Zeit" ein kleines Plus von 0,1 Prozent auf 505.945 Exemplare. dh
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