IVW: Auflagenrückgänge machen vor keinem Segment halt

Mittwoch, 14. Januar 2009
Der "Spiegel" legt zu
Der "Spiegel" legt zu

Gewinner und Verlierer - die aktuelle IVW ergibt ein uneinheitliches Bild. Schon bei den Nachrichtenmagazinen spaltet sich das Lager. Der "Spiegel" legt im 4. Quartal 2008 im Vorjahresvergleich um 3,9 Prozent auf 1.046.090 verkaufte Exemplare zu und vergrößert damit seinen Abstand zur Millionengrenze wieder etwas. Auch Hubert Burdas „Focus" kann die Auflage um 2,5 Prozent auf 738.679 verkaufte Exemplare leicht steigern. Für Gruner + Jahrs Flaggschiff „Stern", geht es jedoch weiter abwärts - um 4,3 Prozent auf 960.834 Stück. Bei den Tageszeitungen muss Springers Dickschiff „Bild" die meisten Federn lassen - relativ büßt das Blatt 5,6 Prozent der Auflage, das entspricht einem absoluten Rückgang von 186.305 Stück auf nur noch 3.141.974 verkaufte Exemplare. Auch Springers zweites Prestigeblatt, die „Welt", verliert leicht um 2 Prozent und verbucht trotz der gemeinsamen Ausweisung mit dem Tabloidableger „Welt Kompakt" 270.207 verkaufte Exemplare. Ohne weitere Ausdehnung der Verteilgebiete der „Welt Kompakt", scheint der Titel damit eine Grenze erreicht zu haben. „Frankfurter Allgemeine Zeitung", „Süddeutsche Zeitung" und Holztbrincks „Handelsblatt" liegen relativ stabil im Markt.

Bewegung ist dagegen bei den gebeutelten Programmzeitschriften, denen nicht nur die wankelmütige Lesergunst, sondern auch die aktuelle Anzeigenflaute zu schaffen macht. Springers Traditionsblatt „Hörzu" verliert 3,5 Prozent der verkauften Auflage und landet bei 1.437.118 Exemplaren. Der Senkrechtstarter „TV Digital" aus dem gleichen Verlag wächst nur noch um moderate 1,8 Prozent auf 2.023.028 Stück. Dem Titel könnte unter anderem zu schaffen machen, dass der Pay-TV-Sender Premiere die Sicherheitslücke geschlossen hat und so mancher ehemaliger Schwarzseher nun kein „TV Digital" mehr braucht.

Bauers "TV-Movie" verliert satte 12,7 Prozent und landet bei 1.599.339 Exemplaren, „Auf einen Blick" aus demselben Haus rund 5,3 Prozent (1.358.243). „TV Direkt" aus dem zur WAZ-Gruppe gehörenden Gong-Verlag liegt dagegen relativ stabil bei 1.081.193 Exemplaren.

Bei den Frauentiteln büßen die beiden 14-täglichen renommierten Titel „Brigitte" (729.376 verkaufte Exemplare) von Gruner + Jahr und Burdas „Freundin" (539.882 verkaufte Exemplare) Auflage ein.

Bei den Wirtschaftstiteln lässt sich ebenfalls kein eindeutiger Trend ausmachen. Von den Gruner + Jahr-Titeln, deren Redaktionen in einer Riesenwirtschaftsredaktion in Hamburg gebündelt werden, haben jedoch sowohl „Börse Online" als auch „Capital" verloren. Das Minus von „Börse Online" beläuft sich auf 9,5 Prozent (95.255 verkaufte Exemplare), das von „Capital" auf 2,6 Prozent (203.218). „Impulse" legt dagegen leicht um 2,1 Prozent auf 123.771 verkaufte Stück zu. Größter Verlierer: Axel Springers „Fonds & Co." Mit einem Minus von 80,3 Prozent. Das entspricht kaum noch zählbaren 119 Exemplaren. pap
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