IVW 1/2011: "Focus" verkündet die Trendwende

Donnerstag, 14. April 2011
Der "Focus" konnte im 1. Quartal um rund 3 Prozent zulegen
Der "Focus" konnte im 1. Quartal um rund 3 Prozent zulegen

Ist das tatsächlich schon die "Trendwende", die der "Focus" selbstbewusst ausruft? Die aktuellen Zahlen der IVW für das 1. Quartal 2011 geben zumindest Anlass zur Hoffnung: In den ersten drei Monaten stieg die verkaufte Auflage des Nachrichtenmagazins von Hubert Burda Media um knapp 3 Prozent auf rund 605.000 Exemplare. Dabei konnte der "Focus" vor allem am Kiosk punkten: Im Einzelverkauf gingen rund 151.202 Exemplare des Magazins über die Ladentheke, ein stattliches Plus von 27,1 Prozent und der höchste Zuwachs im Einzelverkauf seit der Gründung des Magazins, wie der Verlag stolz mitteilt. Wesentlich zu dem Erfolg am Kiosk hat dabei die Jubiläumsausgabe zum 18. Geburtstag des Magazins beigetragen, die zum Sonderpreis von 1 Euro verhökert wurde. Insgesamt konnte Hubert Burda Media 861.700 Exemplare des Jubiläumsheftes verkaufen.

Des einen Freud, des anderen Leid? Die verkaufte Auflage des "Spiegel" zumindest gibt im gleichen Zeitraum um rund 4 Prozent nach. Mit 967.000 verkauften Exemplaren rutscht das Hamburger Nachrichtenmagazin damit wieder unter die Marke von 1 Million verkauften Exemplaren. Laut Spiegel-Verlag geht der Rückgang vor allem auf eine Reduzierung der Auflage in den Sparten Bordauflage, Lesezirkel und Sonstige Verkäufe um rund 33.000 Exemplare zurück. In den erlösrelevanten Sparten Einzelverkauf und Abonnement liege man dagegen stabil auf Vorjahresniveau. Etwa im gleichen Umfang wie beim "Spiegel" geht auch die Gesamtauflage des "Stern" nach unten: Das Flaggschiff von Gruner + Jahr verliert ebenfalls 4 Prozent und kommt damit noch auf eine verkaufte Auflage von rund 863.000 Stück.

Im Segment der aktuellen Magazine verlieren außerdem die People-Zeitschriften "Bunte" und "Gala" sowie die Klatschblätter "In", "Intouch" und "Lify & Style". Gegen den Trend leicht zulegen können "Cicero" mit einem kleinen Zuwachs von 586 Exemplaren auf knapp 83.000 Exemplare und "Neon" mit einem plus von 2239 Heften auf rund 233.000 Stück.

Weiterhin viel Bewegung gibt es im Segment der Wohn- und Gartenzeitschriften: Der Überflieger der vergangenen Jahre, das Magazin "Landlust", kann sein Wachstum weiter fortsetzen: Mit einem Zuwachs von knapp 114.000 Exemplaren (plus 17 Prozent) knackt der Titel aus dem Landwirtschaftsverlag Münster die Marke von 800.000 verkauften Exemplaren (exakt  803.595). Auch "Land Idee" schwimmt auf der Erfolgswelle der heimeligen Heimat-Magazine: Der Titel macht einen Riesensatz um 71 Prozent auf rund 196.000 verkaufte Exemplare.

Im Segment der Wirtschaftspresse stehen die Zeichen dagegen weiter auf Rezession: Weiterhin steil abwärts geht es für "Euro" und "Euro am Sonntag": Die verkaufte Auflage von "Euro" bricht um 27 Prozent auf noch 102.457 Exemplare ein, "Euro am Sonntag" verliert 15 Prozent. Auch "Capital" (minus 7400 Exemplare) und "Brand Eins" (minus 5300) geben nach, die "Wirtschaftswoche" kann ihre Auflage dagegen bei rund 174.000 Stück stabilisieren.



Uneinheitlich ist das Bild bei den Programmzeitschiften: Während die Dickschiffe "TV Movie" (minus 95.000 Exemplare) und "TV Spielfilm plus" (minus 152.000 Exemplare) weiter Auflage verlieren, kann "TV Digital" um 42.000 verkaufte Hefte zulegen. Leicht im Plus liegt auch "TV 14": Das Programmheft legt mit seinem Kampfpreis von 1 Euro um rund 17.000 Stück auf 2,5 Millionen verkaufte Exemplare zu. dh
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