IVW 1. Quartal: Landlust gewinnt im harten Verkauf / Programmies verlieren weiter

Dienstag, 20. April 2010
Karl-Heinz Bonny, Hauptgeschäftsführer des Landwirtschaftsverlags
Karl-Heinz Bonny, Hauptgeschäftsführer des Landwirtschaftsverlags

Wer nach Gesamtauflage im 1. Quartal zu den Gewinnern und Verlierern gehört, ist bekannt. Nun veröffentlicht die IVW auch die Detailauflagen. Der Blick auf die Top 5 zeigt: Bei Überflieger „Landlust" konnte Verlagschef Karl-Heinz Bonny die harte Währung Abo (plus 32,13 Prozent) und Einzelverkauf (plus 61,36 Prozent) ausbauen. Zusammen machen sie mit 677.586 Exemplaren rund 98 Prozent des Gesamtverkaufs aus. „Welt der Wunder" aus der Bauer Media Group verkauft den Löwenanteil seiner Hefte im Einzelverkauf - den der Titel um 20,39 Prozent auf 225.212 Exemplare steigern konnte. Auch der Aboverkauf läuft mit einer Steigerung von plus 70,63 Prozent gut - kommt allerdings nur auf insgesamt 92.153 Hefte. Geringer aber dennoch solide sind die prozentualen Steigerungsraten bei den erfolgreichen Programmzeitschriften. Bauers „TV 14", die ihren Platz als größte deutsche TV-Zeitschrift verteidigt, meldet Zuwächse von 3,48 Prozent (EV) beziehungsweise 1,97 Prozent (Abo). Der Konkurrent aus dem zur WAZ-Mediengruppe gehörenden Gong-Verlag „TV Direkt" baut diese Währungen ebenfalls mit plus 5,64 Prozent (EV) und plus 6,68 Prozent (Abo) aus. Bei „Glamour" kann sich Publisher Manuela Kampp-Wirtz über Steigerungen von 19,65 Prozent (EV) und 31,18 Prozent (Abo) freuen - womit der Pockettitel in erster Linie ein starkes Kioskmagazin bleibt.

  Stark Federn lassen mussten in der aktuellen IVW jedoch viele Konkurrenten von "TV 14" und "TV Direkt". Unter den fünf Titeln mit den größten absoluten Verlusten sind allein vier TV-Zeitschriften. Da die Programmies die höchsten Auflagen haben, fallen bei ihnen auch die absoluten Verluste häufig hoch aus, auch wenn sie sich relativ betrachtet im einstelligen Bereich bewegen. Die beiden größten Verlierer der aktuellen IVW I/2010 sind „TV Spielfilm plus" aus Burdas Verlagsgruppe Milchstraße mit einem Minus von 230.382 verkauften Exemplaren und Axel Springers „TV Digital", die 125.521 Exemplare verliert. Mit verkauften Auflagen von 1.762.538 Exemplaren beziehungsweise 1.747.985 Exemplaren, zählen beide Titel jedoch immer noch zu den am besten verkauften in Deutschland.

„TV Spielfilm plus" hat im Vergleich zum 1. Quartal 2009 mehr als 6 Prozent der Abonnements verloren und musste im Einzelverkauf ein Minus von 8,72 Prozent hinnehmen. „TV Digital", der dank seines umfassenden Premiere-Sky-Angebots einstige Shooting-Star von Springer verliert 6,7 Prozent. Vor allem die Abos gehen zurück und zwar um rund ein Zehntel. Im Einzelverkauf gewinnt „TV Digital" jedoch deutlich hinzu. Die Anzahl der verkauften Exemplare steigt im Vorjahresvergleich um knapp ein Fünftel auf 444.279 Stück. 

Burdas Sorgenkind „Focus" ist mit einem Rückgang von 95.856 Exemplaren absolut der drittgrößte Verlierer der aktuellen IVW I/2010 und der einzige Nicht-Programmie unter den fünf größten Verlierern. Dabei schlägt sich der vor über einem Jahr begonnene Abbau der unrentablen Abonnements und der Bordexemplare nieder, mit denen der Verlag sein Flaggschiff wieder seetauglicher machen will. Die Abonnements gehen um 27,19 Prozent auf 242.585 zurück, der Einzelverkauf steigt jedoch um 11,15 Prozent auf 118.936 Exemplare.

„Auf einen Blick" muss ebenfalls mit minus 94.340 Exemplaren einen deutlichen Rückgang hinnehmen. Der Bauer-Titel verliert 4,77 Prozent der Abos und 7,95 Prozent im Einzelverkauf. Schwestertitel „TV Movie" zählt 93.505 Exemplare weniger, davon 5,73 Prozent bei den Abonnements und 7,24 Prozent im Einzelverkauf.

 Klatsch bei Stars und Sternchen liegt nach wie vor hoch im Kurs. Bei den wöchentlichen People-Blättern ist der Kioskverkauf wie gehabt um ein Vielfaches höher als die Abo-Quote. Die meisten Hefte im Presseinzelhandel verkauft Patricia Riekels „Bunte" mit 321.790 Heften (plus 6,74 Prozent). Hier haben „Intouch" (Bauer) mit 257.195 verkauften Exemplaren und „In - das Star & Style Magazin" (G+J) mit 176.461 den Konkurrenten „Gala" (ebenfalls G+J) mit 155.536 bereits überholt. Gut stellt sich auch Klambts vor zwei Jahren gestarteter Titel „OK" dar, der vor allem das Abo-Geschäft deutlich ausbauen konnte und hier auf 24.602 Hefte kommt. se/pap
Meist gelesen
stats