IP wehrt sich gegen Vorwürfe zur disproportionalen Preisgestaltung

Freitag, 18. Juni 1999

Gegen die Vorwürfe seitens der Organisation Werbungtreibende im Markenverband (OWM), mit der Verteuerung von kurzen und der Verbilligung von langen TV-Spots die Transparenz der Preisgestaltung im Mediageschäft zu gefährden, wehrt sich IP Deutschland. Jan Isenbart, Leiter der Kommunikation, gibt zwar zu, daß der IP klar war, daß "die Kunden und Agenturen keine Freudentänze aufführen", aber: "Eine Differenzierung des Angebots wie der OWM als Verschleierung der Transparenz auszulegen, ist zumindest mutig. Wir glauben selbstverständlich, daß Mediaplaner den Optimierungsspielraum stets der Bequemlichkeit vorziehen. Das gilt für die Spotlängen-Indizes ebenso wie für die Tarifgruppenstaffelung und die Preissaisonalitäten." Sowohl der OWM als auch der Gesamtverband Werbeagenturen (GWA) hatten die Pläne des Vermarkters, disproportionale Preise für Fernsehspots einzuführen, auf das schärfste kritisiert. Der GWA rechnet aufgrund der neuen Preisgestaltung mit einer Preiserhöhung von vier Prozent für das folgende Jahr. Bei einer solchen Steigerung und einem moderat angesetzten Verlust an Medialeistung von drei Prozent prognostiziert der Verband eine effektive Kostensteigerung von 14 Prozent. Isenbart erklärt, die vermutete Preiserhöhung des GWA habe die IP "sehr nachdenklich gemacht" — "Ist das eine Aufforderung, in Abweichung unserer ursprünglichen Kalkulation nun diese Empfehlung an unsere Kunden weiterzugeben?" Eine Minderleistung von 3 Prozent vorauszusetzen, hält Isenbart "angesichts der stabilen TKP-Entwicklung und ohne Kenntnis der neuen Programme und Preise" als "wenig seriös". Mehr noch: "Das ist Meinungsmache nach dem Glaskugel-Prinzip."
Mittlerweile gibt es eine weitere Reaktion zu den disproportionalen Preisen. Seit zwei Tagen liegen dem Bundeskartellamt Hinweise vor, daß die Preisgestaltung der drei großen privaten TV-Vermarkter "möglicherweise gleichförmig stattfand", wie ein Sprecher des Amtes bestätigt. Zur Zeit wird geprüft, ob sich dieser Verdacht der Preisabsprache erhärten läßt.
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