IP, MGM und Sat 1 wollen disproportionale Preise durchsetzen

Mittwoch, 16. Juni 1999

Empörung löst die Ankündigung der Privat-TV-Vermarkter IP, MGM und Sat 1 aus, die Werbepreise für Spots unter 30 Sekunden ab kommendem Jahr zu verteuern. Agenturen und Werbungtreibende werfen den Vermarktern ungerechtfertigte Preistreiberei und Förderung der Intransparenz im Mediageschäft vor. „Man könnte diese Aktion als unfriendly act bezeichnen", erzürnt sich Rainer zur Jacobsmühlen, Geschäftsführer Media Direction, über die preispolitische Offensive der drei großen Privat-TV-Vermarkter. Optimedia-Chef Christian Cuntz kritisiert: „Die zweistellige Preiserhöhung ist durch nichts gerechtfertigt." Anfang dieser Woche kündigten IP, MGM und Sat 1 überraschend an, zum 1. Januar 2000 die Preise für kurze Werbespots zu verteuern und für lange Spots zu verbilligen. Preissteigerungen von bis zu 30 Prozent für die kleinste Spotklasse stehen dabei Preissenkungen von lediglich bis zu 11 Prozent für Spots über 60 Sekunden gegenüber. Begründet wird der Schritt mit dem Ziel, den Trend zu immer kürzeren Spots zu stoppen und damit die Werbeakzeptanz zu steigern. Die Wiedereinführung disproportionaler Preise trage zudem zu einer Harmonisierung der europäischen TV-Vermarktung bei. Von der Organisation Werbungtreibende im Markenverband (OWM) wurde der Vorstoß scharf kritisiert: „Wenige Tage vor den Gesprächen des Vorstandes der OWM mit den großen TV-Vermarktern über die Zusammenarbeit im kommenden Jahr soll hier eine beträchtliche Preiserhöhung vorgeschrieben werden, die einer transparenten Preisgestaltung im Mediageschäft nicht dient und für die es keine Begründung gibt", moniert OWM-Geschäftsführer Wolfgang Hainer. Mehr dazu in der aktuellen Ausgabe von HORIZONT.
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