IP Deutschland: Krapf geht, Dang übernimmt

Montag, 25. Juni 2012
Martin Krapf stand seit zehn Jahren an der Spitze von IP Deutschland
Martin Krapf stand seit zehn Jahren an der Spitze von IP Deutschland


Paukenschlag in Köln: Matthias Dang, bislang Stellvertreter, wird neuer Chef des RTL-Vermarkters IP Deutschland. Martin Krapf, seit zehn Jahren unumschränkt an der Spitze des Unternehmens, verabschiedet sich aus dem operativen Geschäft, bleibt dem TV-Konzern aber bis Ende 2013 erhalten: als Berater bei wichtigen strategischen Projekten. Die Personalie ist ein ziemlicher Hammer, die Hintergründe nicht: Krapf hatte weder Streit mit RTL-Chefin Anke Schäferkordt, noch wechselt er zu einem anderen Unternehmen. "Ich akzeptiere die Entscheidung von Martin Krapf, auch wenn ich sie persönlich und fachlich sehr bedaure", sagt die Chefin der Mediengruppe RTL Deutschland: "Er hinterlässt ein erstklassiges und für die Zukunft bestens aufgestelltes Unternehmen mit einem ebensolchen Team. Gleichzeitig freue ich mich, dass mit Matthias Dang ein ausgewiesener Experte und hochgeschätzter Kollege aus dem eigenen Haus nachrückt."

Was steckt dann hinter dem Abschied von Krapf? In diesem Fall stimmt der Spruch mit den "neuen Herausforderungen" wohl tatsächlich. Der 52-Jährige ließ in den vergangenen Monaten immer wieder mal vorsichtig durchblicken, dass er seine Mission in Köln im Grunde als beendet ansieht und ihm der Sinn nach Neuem steht. Konkrete Pläne hat er wohl noch keine, man darf aber getrost davon ausgehen, dass er in den nächsten Monaten als Berater von sich reden machen wird.

Krapfs Abschied dürfte man nicht nur in Köln bedauern. Bei den großen Media-Debatten war der scheidende IP-Chef in den vergangenen Jahren die zentrale Figur auf der Vermarkterseite. Als sich die meisten noch wegduckten, attackierte Krapf frontal die Trading-Deals von Group M, Deutschlands übermächtiger Mediaagentur. Auch bei Themen wie der Etablierung einer Konvergenzwährung gab er häufig den Takt vor. Wenn nun offiziell davon die Rede ist, Krapf werde sich bis Ende 2013 um strategisch wichtige Projekte kümmern, dürften genau solche Währungsfragen, die in Gremien verhandelt werden, im Mittelpunkt stehen. 

"Nach 17 Jahren IP Deutschland, davon zehn als Geschäftsführer, freue ich mich jetzt auf einen neuen Fokus: Einerseits werde ich an Projekten für die Mediengruppe RTL Deutschland arbeiten, andererseits aber auch neue spannende Themen angehen", kündigt Krapf an. "Matthias Dang ist mein Wunschkandidat für die Nachfolge, es ist mehr als verdient, dass er Geschäftsführer wird und ich wünsche ihm alles Gute, viel Erfolg und vor allem weiterhin viel Spaß im alten und gleichzeitig neuen Job.

Seinen Nachfolger hat Krapf selbst ausgesucht und aufgebaut: 2009 beförderte er Dang zum stellvertretenden Geschäftsführer. Florian Ruckert hatte das Nachsehen und wechselte daraufhin zum Radiovermarkter RMS. Dang gilt als Freund des klaren Wortes und kam 1993 zu IP Deutschland. Der 45-Jährige kennt das Unternehmen aus dem Effeff und gilt intern als unumstritten. Mit großen Verwerfungen ist nach dem Wechsel an der Spitze des Vermarkters wohl eher nicht zu rechnen. Dang übernimmt das Ruder bei IP Deutschland offiziell am 1. September. js
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