IP-Chef Krapf hofft auf Handelsmarken

Mittwoch, 12. November 2008
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Angesichts der angespannten konjunkturellen Lage werden Handelsunternehmen mit ihren Eigenmarken vermehrt in TV-Werbung investieren, um den Abverkauf anzukurbeln. Zu dieser Einschätzung kommt Martin Krapf, Geschäftsführer von IP Deutschland, dem Werbezeitenvermarkter der RTL-Gruppe. „Der Handel entdeckt im großen Stil das Fernsehen als Werbemedium und hat erkannt, dass die Marke ein wesentliches Kriterium für die eigenen Produkte ist", sagt Krapf im HORIZONT-Interview.

Krapf warnt die Markenartikler vor diesem Hintergrund, auf Werbeinvestitionen in TV zu verzichten. Das könne das Erstarken der Handelsmarken begünstigen. „In der Vergangenheit konnte man Werbegelder kürzen in dem Vertrauen, dass die Konkurrenten das gleiche tun. Heute ist der Wettbewerb nicht mehr so eindimensional, weil auch der Handel mit seinen eigenen Marken mitmischt. Daher muss sich ein Konsumgüterhersteller schon sehr genau fragen: Nehme ich wirklich Geld aus dem Werbemarkt und mache in der Kommunikation Platz für andere?"

In wirtschaftlich angespannten Zeiten, wenn die Verbraucher mehr auf ihre Ausgaben achten, gehören regelmäßig nicht nur die Discounter, sondern auch die Eigenmarken der Handelsunternehmen zu den Gewinnern. Beide werben traditionell überdurchschnittlich stark in Tageszeitungen. Aktuell sind jedoch beispielsweise auch Lidl und Real in Sachen Eigenwerbung im TV unterwegs. pap

Das Interview mit Martin Krapf erscheint in HORIZONT 46/2008 von Donnerstag, 13. November 2008.
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