IOC erteilt Öffentlich-Rechtlichen eine Abfuhr

Mittwoch, 03. Dezember 2008
Murdoch überträgt die Olympischen Spiele 2014 und 2016 in Italien und Türkei
Murdoch überträgt die Olympischen Spiele 2014 und 2016 in Italien und Türkei
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Das Internationale Olympische Komitee lehnt das Angebot der Europäischen Fernsehunion (EBU) für die Übertragungsrechte der Olympischen Spiele 2014 und 2016 erstmals ab. Seit Start der Fernsehübertragung 1956 werden die Rechte traditionell an die EBU-Sender vergeben, zu denen auch ARD und ZDF gehören. Nun will das IOC mit den einzelnen Ländern über die Rechte verhandeln und entsprechend mehr Geld fordern. Welche Summe von der EBU geboten wurde, ist bisher nicht bekannt. Für die Übertragungsrechte in Peking zahlte die EBU 341, 5 Millionen Euro und für die Turiner Winterspiele 2006 103, 997 Millionen Euro. Die italienischen und türkischen Rechte für 2014 und 2016 gingen bereits an Pay-TV-Sender von Rupert Murdoch.

Bei ARD und ZDF stößt die Entscheidung des IOC auf wenig Verständnis: "Die hohen finanziellen Forderungen des IOC haben uns schon sehr überrascht - wir halten die Erwartung für überzogen", sagt ARD-Programmdirektor Volker Herres. "Nun werden wir abwarten, wie das IOC hinsichtlich der Rechtevergabe entscheiden wird." ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender erklärte in Mainz: "Ich habe große Zweifel, dass durch Einzelverkäufe in den Ländern mehr Geld erwirtschaftet werden kann. Die Entscheidung verkennt außerdem, dass die in der EBU zusammengeschlossenen öffentlich-rechtlichen Sender Europas immer dafür gesorgt haben, dass die Spiele ein größtmögliches Publikum hatten und dass der Sport in seiner ganzen Breite abgebildet wurde." Zugleich betonte Brender, dass das letze Wort noch nicht gesprochen ist. Bis 2014 sei noch viel Zeit und es werde noch viele Gespräche geben. nk/dh
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