IMP Group droht die Zahlungsunfähigkeit

Montag, 02. Oktober 2000

Hans Germeraad hat mit seinem Wechsel von HMS & Carat zu Interactive Marketing Partner(IMP) wenig Glück gehabt. Der E-Business-Enabler IMP Group hat beim Amtsgericht Hamburg die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beantragt, um die drohende Zahlungsunfähigkeit abzuwenden. Der Grund: Co-Investoren, die in einem Letter of Intend ihre Teilnahme zugesagt hatten, sind abgesprungen. Offiziell wird „die allgemein verhaltene Marktentwicklung und die Abkühlung des Investitionsklimas“ angegeben.

Dohmeyer Ende 1999:

"Im kommenden Jahr rechnen wir mit 140 bis 150 Mitarbeitern, für die wir zum Teil schon heute die Arbeitsplätze geschaffen haben. Außerdem haben wir die Möglichkeit, uns hier im Haus noch weiter auszubreiten, so dass wir bis zu 350 Mitarbeiter unterbringen könnten."

HORIZONT 47/99

Das Unternehmen will das Kerngeschäft dennoch unverändert weiterführen. Der Aufbau des Web-Radios radio.de wurde dagegen eingestellt. Die IMP Group wurde 1995 als reine Online-Marketing-Agentur gegründet, entwickelte sich 1999 zum E-Business-Enabler mit breitem Service-Angebot. Der Umsatz wird in diesem Jahr nach IMP-Angaben rund 12 Millionen Mark betragen. Mit Germeraad sollte eine Neuausrichtung des Internet-Spezialisten vollzogen werden. Die IMP Group setzt sich aus „mindestens sechs Tochterfirmen“ zusammen, so Vorstandsvorsitzender Hendrik Dohmeyer. Dazu gehören auch eine Marktforschungsfirma und eine Unternehmensberatung für E-Commerce. Auch der Gang an die Börse wurde in besseren Zeiten nicht ausgeschlossen.
Meist gelesen
stats