IFA 2001: ARD fordert freien Kabelzugang

Freitag, 24. August 2001

Als "Partner des Rundfunks in der digitalen Medienwelt" präsentiert sich ab heute die ARD auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin. Der ARD-Vorsitzende Fritz Pleitgen zeigte sich "sehr besorgt" über die neuen Besitzverhältnisse im deutschen Kabelmarkt. Da mit Liberty Media ein einzelner Anbieter vor der Übernahme von 60 Prozent des wichtigsten Versorgungsweges für Fernsehen stehe, sei die Artikulation öffentlich-rechtlicher Interessen wichtiger denn je.

Pleitgen begrüßte im Vorfeld der IFA-Eröffnung am heutigen Abend die Initiative des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck, der den freien Zugang zu den Netzen durch eine Änderung des Rundfunkstaatsvertrages der Länder absichern will. Vor allem die Must-carry-Regel, also die Verpflichtung zur Einspeisung öffentlich-rechtlicher Programme, müsse unter den neuen Besitzverhältnissen garantiert bleiben.

Für das digitale Fernsehen forderte Pleitgen erneut einen "offenen, diskriminierungsfreien europäischen Standort". In einem Memorandum of Understanding sollten sich alle Veranstalter auf den MHP-Standard (Multimedia Home Platform) verpflichten. Die von Kirch in Deutschland eingesetzte Set-Top-Box sei zum "Symbol für babylonische Verwirrung und elektronische Sackgassen" geworden. Auch die Forderungen der Rechteinhaber nach Verschlüsselung trügen dazu bei, dass "wir uns auf dem Weg zu einem Europa der digitalen DDR befinden". Pleitgen: "Wenn die Schlagbäume auf den Boden fallen, dürfen keine neuen in der Luft entstehen."
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