IAB-Chef Rothenberg: „Viviane Reding ist die Kommissarin für Ungerechtigkeit!“

Mittwoch, 12. September 2012
Datenschutz: nach wie vor ein sensibles Thema (Bild: Wilm Ihlenfeld - Fotolia.com)
Datenschutz: nach wie vor ein sensibles Thema (Bild: Wilm Ihlenfeld - Fotolia.com)

Randall Rothenberg, President und CEO des US-Vermarkterverbundes Interactive Advertising Bureau (IAB), warnt die deutschen Vermarkter davor, sich zu wenig um die politischen Rahmenbedingungen zu kümmern. „Sie können in zwei Jahren vom Markt verschwinden“, sagte der Chef des Verbands, der rund 500 Digitalfirmen vertritt, auf der Dmexo. „Das Internet basiert auf persönlichen Daten“, sagt Rothenberg. Europäische Firmen machten sich im Moment zu wenig klar, was das bedeutet. Während es in den USA bereits seit Jahren eine Selbstverpflichtung der Industrie gebe, wie man mit den Daten der Konsumenten umgeht, fehlt eine solche hierzulande. Das öffne den Regulierern Tür und Tor, die Werbung per Gesetz zu beschränken. EU-Rechtskommissarin „Viviane Reding ist nicht die Kommissarin für Recht, sondern für Ungerechtigkeit“, sagte er über die streitbare EU-Politikerin, die den Datenschutz europaweit regeln will.

Den wenigsten Firmen sei bewusst, was es für ihr Geschäft bedeute, wenn die von der Kommissarin geplanten Regelungen auch umgesetzt würden: „Das Internetwerbebusiness wird geschlossen, die Firmen werden offshore gehen, nach Asien oder woanders hin“, warnt er.

Um dem zuvorzukommen, müssten die Chefs der großen Firmen eine glaubwürdige Opposition aufbauen und einen zuverlässigen Konsumentenschutz sichern. „Europa braucht eine Selbstregulierung“. Diese müsse zwingend umfassen, die Konsumenten auch über ihre Möglichkeiten aufzuklären, unliebsamer Werbung zu entkommen. pap
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