Hybrid-TV: Hersteller warnen vor technischer Fragmentierung

Dienstag, 07. September 2010
TV und Internet wachsen zusammen - die Gerätevielfalt wächst
TV und Internet wachsen zusammen - die Gerätevielfalt wächst

Das Zusammenwachsen von Fernseher und Computer wird eine Vielfalt von neuen Geräten hervorbringen, statt ein einzelnes Gerät, das die beiden bisherigen ablösen kann. Darin sind sich Vertreter der Geräteindustrie und Branchenbeobachter angesichts der aktuellen Entwicklung und der zahlreichen auf der IFA vorgestellten Hybrid-Geräte einig. Trotzdem müssen sich Inhalteanbieter und Geräteindustrie annähern. "Es besteht die Gefahr, zuviel Fragmentierung zu erzeugen", warnt Gerhard Schaas, Geschäftsführer des Geräteproduzenten Loewe auf der Medienwoche in Berlin. "Wenn sich die Hersteller einig wären, wäre es sicher leichter. Aber der Inhalteschutz ist so oder so nicht so einfach", sagt André Prahl, Bereichsleiter Programmverbreitung der Mediengruppe RTL Deutschland. Für die Contentproduzenten steht das Thema Schutz der Inhalte ganz oben auf der Agenda. Sie wollen die Hoheit über Serien und Shows sichern und damit auch die Einnahmequellen, vor allem das Werbegeschäft. Neue Geschäftsmodelle verbinden jedoch häufig TV-Content mit darüber liegenden Online-Anwendungen. "Wir müssen aufpassen, dass wir keine Trittbrettfahrer bekommen", so Prahl.

Zur Absicherung des Werbegeschäftes gehört auch, dass die TV-Sender zeitversetzte Nutzung via Festplattenrekorder wie sie zum Beispiel Entertain von der Telekom anbietet, nur dann ermöglichen wollen, wenn gesichert ist, dass Werbung nicht übersprungen werden kann. Während im Internet von den Nutzern bislang relativ klaglos akzeptiert wird, dass die Pre- und Mid-Rolls nicht geskippt werden kann, sorgt das Thema im klassischen Fernsehen immer wieder für Diskussionen. Im Internet spielt das Überspringen kaum eine Rolle weil die Spots in kleinen Einheiten serviert werden und damit offensichtlich weniger Widerstand auslösen, als die minutenlangen Werbeblöcke, zu dessen Ausstrahlung das Privatfernsehen im linearen Fernsehen qua Rundfunkrecht gezwungen ist. pap
Meist gelesen
stats