Hundert,6 startet ohne Kirch durch

Donnerstag, 28. August 2003

Der Berliner Radiosender Hundert,6 will weiter an Reichweite gewinnen und bei lokalen Werbekunden punkten. Nach dem heute besiegelten Ausstieg von Teilhaber Thomas Kirch, hält Power Radio 100 statt bislang 40 Prozent an der Privatstation. Über den Kaufpreis für die Anteile haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart.

Geschäftsführer Thomas Thimme will den ehemaligen Marktführer stärker in der Region Berlin und Brandenburg verankern. Nach einer langjährigen Talfahrt hatte Hundert,6 in der MA 2003/II im Vergleich zur MA 2003/I im Stadtgebiet Berlin um 9,5 Prozent auf 46.000 Hörer in der Durchschnittstunde von 6 bis 18 Uhr zugelegt, in der Region Berlin-Brandenburg um 6,6 Prozent auf 65.000 Hörer. Im Vorjahresvergleich hat der Sender in der Region sogar um ein Drittel zugelegt. Mit Wortbeiträgen, die bei Hundert,6 laut Thimme um die Hälfte mehr Zeit in Anspruch nehmen als bei den Konkurrenten, sollen vor allem bisherige Wechselhörer wieder enger an den Sender gebunden werden. Thimme: "Mit vier Übertragungswegen und 20 Redakteuren sind wir der Konkurrenz überlegen."

In der Vermarktung setzt der im vergangenen Jahr von einem auf 13 Mitarbeitern ausgebaute Verkauf auf individuelle Konzepte für die lokale Klientel. Thimme will flexibel auf die Wünsche der Kunden reagieren und erhofft sich davon einen Wettbewerbsvorsprung. Seit 2002 ist der Sender nicht mehr in einer Berliner Vermarktung vertreten. "Das hat wirtschaftlich keinen Sinn gemacht. Außerdem müssen wir frei sein, um den mittelständischen Unternehmen vor Ort Angebote machen zu können", begründet er die Entscheidung. Überregional wird Hundert,6 von der Radio Marketing Service (RMS) vermarktet. pap

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