Hundert,6 baut vor Lizenzvergabe Programm aus

Freitag, 21. Juni 2002

Thomas Thimme, Geschäftsführer des Berliner Privatradios Hundert,6, rechnet sich gute Chancen aus, Ende Juni von der Medienanstalt Berlin-Brandenburg erneut die bisherige Sendefrequenz zu erhalten. Sie war ausgeschrieben worden, nachdem Thomas Kirch im Zuge der Insolvenz von Kirch Media mit Power Radio Berlin von Thimme und Norbert Schmidt die Übernahme von 40 Prozent und der operativen Geschäftsführung vereinbart hatte.

Um sich gegenüber den 15 Mitbewerbern zu profilieren, lässt Thimme mit umfangreichen Investitionen in die Sendermarke die Muskeln spielen. So wurde das alte Aushängeschild, der Frosch, wiederbelebt. Zudem greift Thimme auf alte Jingles zurück. Das wortstarke Programm mit vorrangig deutschen Schlagern kommt ab 14 Uhr nicht mehr im Automatikbetrieb, sondern live bis Mitternacht.

Vier Mal stündlich werden hausgemachte Nachrichten gesendet. Zudem leistet sich Hundert,6 wieder eine Kulturedaktion, die politische Einseitigkeit ist ebenso verschwunden wie die Nationalhymne um 19 Uhr. Im Herbst will Thimme er einen neuen Auftritt mit Logo, Claim, Verpackung und Research präsentieren.

Der Geschäftführer rechnet auch mit einer schnellen wirtschaftlichen Erholung des angeschlagenen Senders: "Die Werbeeinnahmen im Regionalmarkt steigen erstaunlich schnell an." Mit der Neubesetzung hatte er zugleich die Verkaufsabteilung aufgestockt.

Bereits in diesem Jahr denkt er an eine Gewinnauschüttung. Thimme rechnet "kurzfristig mit einem Potential von 120.000 Hörern in der Durchschnittsstunde". Bei der letzten MediaAnlyse war der frühere Berliner Marktführer auf 68.000 Hörer in Berlin und Brandenburg gefallen.
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