HuffPo statt AOL: Internetkonzern will Tochterfirmen stärken

Mittwoch, 18. Juli 2012
AOL-Chef Tim Armstrong möchte künftig "einen Stall voller Marken haben"
AOL-Chef Tim Armstrong möchte künftig "einen Stall voller Marken haben"

Strategiewechsel bei AOL: Der angeschlagene Internetkonzern will künftig nicht mehr nur seine Dachmarke bewerben, sondern die Unternehmenstöchter stärker in den Mittelpunkt rücken. Das berichtet die "Financial Times Deutschland". So will AOL-Chef Tim Armstrong in Zukunft "einen Stall voller Marken haben" statt "die Kernmarke wiederzubeleben". Zu den Tochterfirmen, mit denen AOL jetzt wieder zu mehr Erfolg kommen möchte, gehören die Nachrichtenwebsite Huffington Post, der Blog Techcrunch, die Kinowebsite Moviefone und das Spieleportal Games.com. Für die künftige Positionierung hat das Unternehmen eine neue Vermarktungschefin berufen: Jolie Hunt, 34, kommt von Thomson Reuters, wo sie für Markengeschäft und PR zuständig war.

Die Aufgabenliste von Hunt, die an CEO Armstrong berichtet, ist lang: Sie verantwortet künftig die globale Kommunikationsstrategie, Social Media, Corporate Social Responsibility und Corporate Events sowie die weltweite Markenentwicklung, Partnerschaften und Kundenmarketing-Initiativen.

Hauptziel wird jedoch sein, durch einen neuen Ansatz in der Vermarktung in den Bereichen Internet, Mobilfunk und Digitalfernsehen zu mehr Wachstum zu kommen, wie Armstrong der "FTD" gegenüber sagt. Auch die Auslandsaktivitäten sollen wieder verstärkt werden.

AOL hatte seine Hochphase Anfang der 2000er Jahre mit dem Geschäft als Internetanbieter - man erinnere sich an die zugehörige Kampagne mit Boris Becker ("Bin ich da schon drin oder was?"). Doch durch den Durchbruch von DSL und Internetflatrates gingen die Einnahmen zurück und AOL musste sich neue Geschäftsmodelle suchen - darunter auch die Produktion eigener Inhalte, wie beispielsweise durch die 2011 übernommene Huffington Post. sw
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