Hubert Burda: Paul-Bernhard Kallen ist Übergangslösung

Montag, 14. Dezember 2009
Hubert Burda: 10, 15 Jahre überbrücken
Hubert Burda: 10, 15 Jahre überbrücken

Zum ersten Mal wird im Januar 2010 kein Familienmitglied an der Spitze von Hubert Burda Media stehen. Gegenüber dem „Spiegel" sagt der 69-jährige Verleger Hubert Burda allerdings, dass die Stabsübergabe an Paul-Bernhard Kallen als neuer Vorstandsvorsitzender nur eine Übergangslösung sein wird: „Für mich ist klar, dass 10, 15 Jahre zu überbrücken sind". Dann könnten seine Kinder, die heute 19 und 17 Jahre alt sind, ins Unternehmen eintreten. Beide hätten den „festen Willen" dazu. Wie genau die Nachfolgeregelung später aussehen wird, lässt Burda, der vorerst alleiniger Eigner und Verleger bleibt, noch offen: „Man kann nicht 7500 Mitarbeitern seine Kinder vorsetzen, wenn sie nicht ausreichend befähigt sind. Das bringt die Kinder um und das Unternehmen ebenfalls." Hubert Burda plant, dass die Holding auch zukünftig zu hundert Prozent in Familienbesitz bleiben wird.

Ende vergangener Woche war bekannt geworden, dass der 52-jährige Kallen die Burda-Nachfolge antritt. Er ist seit 1999 im Vorstand des Unternehmens und war zunächst für die Bereiche Technologie und Treasury zuständig. Von dem ausgeschiedenen Vorstandsmitglied Jürgen Todenhöfer übernahm er zusätzlich die Bereiche Finanzen und International. Mit Kallen und Philipp Welte, der als Verlagsvorstand für das Zeitschriftengeschäft verantwortlich zeichnet, hat Verleger Hubert Burda damit endgültig den Generationswechsel in seinem Unternehmen eingeleitet.

Vor wenigen Wochen hatte Burda bereits den „Cicero"-Chefredakteur Wolfram Weimer, 45, als Nachfolger von Helmut Markwort in der „Focus"-Chefredaktion gewinnen können. Vertraglich ist Weimer, der offiziell ab September 2010 die Nachfolge von Helmut Markwort beim Münchner Nachrichtenmagazin übernimmt, allerdings noch bei „Cicero" (Ringier Verlag) bis Ende Mai gebunden.se
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